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Foto nordische Landschaft

24. August 2016

Ein blauer Fleck im Auge des Sturms: Kuningas Yrjö

Ob man mit dem Bandnamen Kuningas Yrjö eine Weltkarriere startet, das scheint zweifelhaft. Übersetzt aus dem Finnischen bedeutet das übrigens König Georg. Hinter den Ein-Mann-Projekt aus der Hafenstadt Turku verbirgt sich der Musiker Yrjö Saarinen, der bislang vor allem als Sänger der eigenwilligen Kinder-Melodika-Popster TV- Resistori aufgefallen ist. Wer schräge Lo-fi-Töne in der Tradition der unvergessenen Young Marble Giants mag, der sollte in das Werk der Resistoren unbedingt mal hereinhören. Aber zurück zu König Georg aus Turku! Der Mann hat kürzlich sein Debütalbum mit dem schönen Titel »MUSTELMA MYRSKYN SILMÄSSA« (Ein blauer Fleck im Auge des Sturms!) vorgelegt. Auch ohne Kenntnisse der Landessprache erschließt sich, dass diesr Herr schrullige kleine Alltagsbeobachtungen erzählt und die schlunzige, allerliebst unbeholfene Form des Charmes zelebriert. Kuningas Yrjö, dieser moderne Wiedergänger eines Waldschrats, malt die Welt erwartungsgemäß in himmelblau, sondern pflegt einen augenzwinkernden schwarzen Humor. Da gibt es Tracks namens »Portrait eines Unfalls« und andere Merkwürdigkeiten. Der schräge Do-It-Yourself, Lo-Fi-Pop ist so ganz die Domäne des Mannes aus Turku. Bewusst naiv, aber gar nicht harmlos kommen diese Töne daher. Die auf eine beunruhigende Art tiefenentspannt sind. König Georg ist mit sich im Reinen und jubelt uns in diesen kleinen Songs noch ganz unversehens Elemente des finnischen Schlagers unter. Via Soundcloud kann man ausführlich in das Werk dieses Schelms hereinhören. Besonders gefallen tut das beschwingte »Syntynyt Juokseen« mit seinen quietschlebendigen 60ies-Anleihen!

16. August 2016

Lasst uns mehr Kuchen essen: Rooxx

Es gibt Zeiten für Knäckebrot mit Essigurke und es gibt Zeiten für Schwarzwälder Kirschtorte mit extra Sahne. Jori Sjöroos alias Rooxx gehört unbedingt zur Tortenfraktion. Bei seinem Drang zum opulenten Drama, in dem die Emotionen zu majestätischem Synthies in Richtung Horizont und weiter aufbrechen, kann das nicht weiter verwundern! Auf dem Flow-Festival, das am vergangenen Wochenende in Helsinki stattfand, gehörte Rooxx glaubhaften Berichten zufolge zu den finnischen Bands, die mit den bleibendsten Eindruck hinterließen. Hinter Rooxx verbirgt sich allerdings kein unbekannter Newcomer, denn Jori Sjöroos ist ein Szeneveteran und hat mit seiner ehemaligen Band Magenta Skycode bereits vor Jahren bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer wissen will, wovon ich rede, sollte sich die Zeit nehmen und in den Herzschmerz-Klassiker »Go Outside Again« anhören und ins Schwelgen geraten. »Ja, das ist Emotions-Overkill! Und nein, das ist nicht banal! Es ist im besten Sinne romantisch und geht mitten ins Herz«, schrieb ich schon damals. Beim neuen Projekt Rooxx dreht Sjöroos die Synthies so weit auf, dass Vangelis glatt neidisch werden könnte. Den Hang zum Cinemascope-Pop hat sich der Mann erhalten, erfreulicherweise. Rooxx werkelt beim bandeigenen Turkuer Label Solina Records an seinem Debütalbum, das Ende des Jahres erscheinen soll. Der melodramatische Track »Breathe In« ist ein vielversprechender Vorbote. Angst vor zu viel Gefühl hat dieser Finne bestimmt nicht! Und eins ist klar: Lasst uns mehr Kuchen essen!

09. August 2016

Hel(l) aktuell XXIII: Tuska 2016, Sonntag: War was?!

Der Regen lässt kaum nach. Fast die ganze Nacht gewittert es. Als wir uns in Richtung Tuskagelände aufmachen, regnet es noch immer. Dort angekommen werden wir von Hatebreed aus den USA begrüßt. Wir ignorieren sie wohlwollend, denn das wollen wir unseren Ohren nicht antun.

Dann doch lieber Nervosa. Für den Old School-Thrash der drei Brasilianerinnen lohnt sich der Weg in die kleine Halle.

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08. August 2016

Hel(l) aktuell XXII: Tuska 2016, Samstag: Wechselhaft

Nicht auszuhalten ist die Sonne am zweiten Tuska-Tag. Heute gibt es endlich eine Sonnenbrille. Während die irischen Primordial noch gute 25 Minuten spielen, besorge ich mir eine. Man merkt, dass Samstag ist. Gestern um diese Zeit war nicht so viel los.

Ab ins Zelt vor die Helsinki Stage. Tsjuder aus Norwegen ist die erste Band, die wir sehen wollen. Drei mit Corpsepaint beschmierte, martialisch aussehende Typen, die richtig geilen Black-Metal spielen. Eine der besten Bands des gesamten Festivals.

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07. August 2016

Hel(l) aktuell XXI: Tuska 2016, Freitag: Takk, Kvelertak!

Ein warmer, sonniger Freitagnachmittag auf dem Gelände des alten Gaswerks in Helsinki. Auf der Hauptbühne (Radio Rock Stage) spielen gerade Cattle Decapitation (USA) mit denen unser erster Tuska-Tag beginnt. Viel bekommen wir nicht mit, da wir direkt zu den finnischen Frosttide in Richtung Inferno-Stage gehen.

Auf dem Weg in die Halle fällt uns die neu gestaltete Helsinki-Stage auf: sie ist nun leicht nach rechts gedreht, Bühne und Vorplatz sind mit einem großen Zelt überdacht. Frosttide erinnern etwas an ihre Landsmänner Ensiferum. Leider ist nicht allzu viel los in der kleinen Halle. Liegt womöglich an der sehr frühen Spielzeit. Allgemein sind am frühen Nachmittag wenig Besucher auf dem Gelände.

Laut Aussage der Sängerin zum ersten Mal in Finnland: Delain aus den Niederlanden.  Vor der Zeltbühne (Helsinki Stage) haben sich die schon anwesenden Fans versammelt, um den ersten Auftritt Delains in Helsinki zu sehen. Mir ist die Musik zu beliebig, auch die Stimme der Sängerin, Charlotte Wessels, gefällt mir nicht so recht. Dafür den anwesenden Zuhörern umso mehr.

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