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Foto nordische Landschaft

02. Mai 2006

Krunk und Kieler Fähren

Manchmal bekomme ich eine CD zugeschickt und weiß gar nicht, von wem und warum. Und doch sind dies oft die wahren Schätze: "Krunk" von Valravn. Eine kleine dänische Kostbarkeit. Demnächst mehr als ordentliche Rezension.

Ansonsten eben in Kiel gewesen (Ballermann-Ausstellung in der Kunsthalle, sehr gut, auch mit schrecklicher Malerei von Ramona Drews) und einen sehnsüchtigen Blick auf die Fähren in der Förde geworfen, startklar mit rauchendem Schornstein Richtung Schweden und Richtung Norwegen. Schnell wieder umgedreht und in den Bahnhof geflüchtet und nach Hause gefahren von wegen bloß keine Dummheiten machen. 

02. Mai 2006

Färöische Lyrik

Gudrid Helmsdal: StjørnuakrarVor einigen Tagen flatterte ein sehr schönes Büchlein auf meinen Schreibtisch: »Stjørnuakrar« von Guðrið Helmsdal ist der erste färöisch-deutsche Gedichtband überhaupt, und die zweisprachige Ausführung macht richtig Leselaune. Die 1941 geborene Autorin lebt heute an der Westküste der Färöer, unweit von Vestmanna.

Am 11. Mai um 19 Uhr wird sie – nach einer Vorstellung durch den Herausgeber Paul Alfred Kleinert – im Felleshus der Nordischen Botschaften aus ihrem Band lesen.

Hingehen! Hier ein Auszug:

TOYBILSKVØLD

Og regnið kom.
Dropin ið knústi
skel av gleri.
Rúmdin andaði,
hon, ið kroyst hevði ligið
í kuldans harða favni.

I kvøld liggur vetur
á deyðastrá;
tungliga dregur hann andan
og suffar –
sum alstórt djór,
ið lagt seg hevur
kring heimin.

TAUWETTERABEND

Und der Regen kam.
Der Tropfen, der die Hülle
des Eises zerspiltterte.
Das Himmelsgewölbe,
das unter der harten Umarmung der Kälte
gelegen hatte, atmete.

Heute Abend liegt der Winter in seinen
letzten Zügen;
schwer atmet er
und seufzt –
wie eine rießengroße Drachenschlange,
die sich um die Erde
schmiegt.

Mehr Informationen zu Guðrið Helmsdal:
www.lyrikwelt.de/autoren/helmsdal.htm