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Foto nordische Landschaft

17. Mai 2006

Die weniger schönen Aspekte unserer Arbeit …

Episode 1:

ArbeitsplatzIch erfahre von der in Deutschland erscheinenden neuen skandinavischen CD »XYZ«, die ich gern auf www.nordische-musik.de besprechen will und bitte um ein Rezensionsexemplar.

Antwort des Promoters/Plattenfirma XYZ (Konkreter Namen wird nicht genannt, da es sich um eine häufiger gehörte Antwort handelt): »Sorry, aber Webzines bekommen keine Exemplare, nur Print-Magazine.«

Ich: »Ok, aber ist das nicht ein bisschen unlogisch? Wenn ich die CD im gedruckten Veranstaltungsmagazin XYZ bespreche, erreicht Ihr damit einmalig eine Leserschaft von 18.000. Wenn ich es auf Nordische Musik bespreche, habt Ihr damit eine speziell an skandinavischer Musik interessierte Besucherzahl von 75.000 pro Monat. Außerdem bleibt die Rezension immer online und erreichbar, im Gegensatz zu einem Print-Magazin, das dann nicht mehr greifbar ist.«

Promoter: »Das ist halt so, das kann ich auch nicht ändern. Außerdem hab ich nur eine feste Menge an Promos für Print-Einsätze.«

Ich: »Ein Vorschlag zu Güte – Du machst uns eine Kopie Deiner eigenen CD, wenn Dein Bestand leer ist, und wir schreiben die Rezension damit. Dadurch hättest Du zusätzliche Ausgaben von 50 Cent für den Rohling und 1,45 Euro fürs Porto, aber eine immense zusätzliche Werbewirksamkeit. Das sollte es doch wert sein, oder nicht?«

Promoter: »Nein, das mache ich nicht, weil ich dadurch mehr leisten würde als in meinem Promotionvertrag festgelegt würde. Ich würde mein Budget selbst erhöhen.«

Ich, zunehmend genervt: »Gut, dann machen wir’s eben anders. Schick mir bitte ein Rezensionsexemplar, und ich werde es im Print-Magazin XYZ besprechen und danach eben auf Nordische Musik. Bekomme ich dann eines?«

Promoter: »Ja, aber ich hab leider gar keines mehr. Ich brenne Dir eine Kopie meines eigenen Exemplars.«

Ich – ohne Worte: » … «

Tja, liebe Leute, so oder ähnlich verläuft bisweilen die Korrespondenz mit deutschen Plattenfirmen

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1 Kommentare

1. Frank Keil schrieb am 17. Mai 2006 um 13:33

Schön, dass mal beschrieben wird, was man so alles unternehmen muss, um ja immer auch Werbung für das entsprechende Label zu machen. Manchmal habe ich den Eindruck, die Vermarktungsmenschen sind gar nicht an der Verbreitung ihrer – Hoppla! – Produkte interessiert.

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