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Foto nordische Landschaft

29. Mai 2006

Rebekka Bakken: I Keep My Cool

Rebekka Bakken: I Keep My Cool»Oops! … I did it again«, scheint uns Rebekka Bakken da entgegen zu hauchen.

Ja, sie hat es wieder gemacht: ein zuckersüßes Album mit sinnlichen Songs gefüllt, die auf den Säulen des Jazz ruhen und doch hemmungslos mit Pop flirten und dazwischen ein ausgiebiges Schaumbad in schwelgenden Streichern nehmen.

Mit einer kompetenten Mannnschaft – darunter Gitarrengenie Eivind Aarset, Drummer Per Lindvall, Bassist Larry Danielsson und Keyboarder Kjetil Bjerkestrand – gelang ihr erneut ein Album für die halbe Ewigkeit, geadelt durch ihre katzenhaft weiche Soul-Stimme. Überwiegend langsam brandet die Musik heran, was am langsamen Start liegen könnte: Schon der zweite Track »Welcome Home«, unterfüttert von den Wiener Symphonikern, entpuppt sich als eine der eingängigsten Balladen seit Dolly Parton, die Whitney Houston immer vergeblich angestrebt hat; »What Love Is Not« legt schließlich noch eins drauf. Das Ganze könnte hie und da boshaft als Kitsch bezeichnet werden, wenn nicht der gute Aarset immer wieder mit seinen gitarristischen Irrlichtern etwas flirrenden Sternenstaub darüber streuen würde.

Wie dumm, dass wir uns bei Nordische Musik die Regel gesetzt haben, bei der CD des Monats keine Küstler zwei Mal zu berücksichtigen. Miss Bakken wäre sonst ein heißer Kandidat …

Das Album erscheint am 1. September 2006,
die Rezension dazu in Kürze bei uns.

Die letzten 5 Beiträge von Peter Bickel

3 Kommentare

1. Frank Keil schrieb am 30. Mai 2006 um 11:31

Oops! Da muss ich doch schwer schlucken. Denn was hat Rebekka Püppi Bakken da verzapft! Süßliches schweres Gegeige trifft auf harmlos niedliche Popwaisen … äh Popweisen.

Und dann das Outfit, dass einem aus dem Promomaterial entgegen stampft (ich weiß, das sollte man immer gleich entsorgen … und das Outfit war bei ihr ja schon immer hart an der Grenze …): Rüschenhemd und plüschiger Hut und dazu ein wie aus Marmor gemeiseltes Gesichtchen, das Misses Barbie ganz grün vor Neid … Aber das Alter wird kommen, meine Liebe!

Tja. Schade. Aber das kommt davon, wenn man den Jazz verlässt … Der Rest ist Trauerarbeit.

2. Peter Bickel schrieb am 30. Mai 2006 um 15:52

Das Outfit: geschenkt! Es ist in der Tat nicht mehr akzeptabel, in welchen Kleinmädchenfummel sich »Püppi« Bakken zwängt. Ebenfalls verzeihe ich ihr nicht, dass sie ihre erste »richtige« Platte immerhin beim kleinen Jazzlabel ACT gemacht hat, verbunden mit dem nicht vertraglich fixierten Versprechen, dort auch weitere CDs zu veröffentlichen. Nun – »SCATTERING POEMS« war halbwegs erfolgreich, Rebekka wechselte zum Musik-Giganten Universal und segelt dort nun immer mehr Richtung Mainstream. Gebe ich alles unumwunden zu.

Doch: Die Songs sind duchweg gelungen, die Streicher-Arrangements trotz aller Süßlichkeit elegant und unaufdringlich. Rebekka Bakken will zwar hörbar Geld, viel Geld verdienen, doch wenn alle Mainstream-Balladen so wie hier angelegt wären, wäre unsere Musikwelt ein gutes Stück besser dran.

3. Frank Keil schrieb am 31. Mai 2006 um 09:25

Gewiss – Erfolg macht auf eine vertrackte Weise süchtig. Warum nicht mehr davon? Vielleicht ist des Rätsels Lösung aber viel banaler. Vielleicht tue ich der guten Lady einfach nur unrecht.

Vielleicht ist da nur einiges beim Backen der Lordimaske schiefgegangen. Zu viele Eier, die falschen Nägel, zu lange im Backofen gelegen, man steckt ja nicht drinne. Denn gestern Nacht rief mich ein Unbekannter an und verriet mir die Nachricht der Woche: Rebekka Bakken und Tomi Putansuu sind ein Paar!

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