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Foto nordische Landschaft

05. Juli 2006

Skatebård fahren in Bergen

Bergen und seine Elektroszene. Was kommt nach Röyksopp und Xploding Plastix? Längst werden mehr Impulse aus Oslo oder Trondheim gefunkt und Bergen verliert derzeit ein wenig seinen Status der Musikhochburg Norwegens, der sich vor allem auf die Kings Of Convenience gründete, deren Frontmann Erlend Øye sich inzwischen mehr in Berlin rumtreibt, als in seiner Heimatstadt.

Trotzdem stimmen die Rahmenbedingungen in Bergen. Klar, bei so viel Regen. Der hohe Anteil an kulturhungrigen Studenten, Bars, Clubs und Plattenläden (bei Mikal Tellé laufen die Fäden zusammen) haben ein feinmaschiges Netzwerk ermöglicht, das die Synergieeffekte bestens zu nutzen vermag  Die Szene ist überschaubar und die musikalischen Perspektiven immer noch exzellent, was auch an der Unterstützung der Regierung liegt, die mit diversen Förderprogrammen und Studiengängen einen Löwenanteil am Erfolg der norwegischen Künstler hat. Das Musikmag Intro hat hier einen ausführlichen Bericht zum »Pop aus den Fjorden« veröffentlicht. Wann schickt mich eigentlich mal jemand auf investigative Dienstreise nach Norwegen?

Dann könnte ich aus erster Hand bestätigen, was aus diversen Quellen sowieso bereits bekannt ist. Skatebård ist als DJ ein gefragter Mann und in Bergen kein unbeschriebenes Blatt mehr. Mit »Skatebording Was A Crime (In 1989)« debütierte er vor wenigen Jahren – eine EP in ziemlich klassischer House-Prägung. Damals erschien eine weitere EP auf dem Tellé Records-Sublabel Tellektro, was zwischenzeitlich aber wieder eingestampft wurde. Jetzt ist Digitalo Enterprises das neue Zuhause. Das zweite selbstredend, neben dem Großraumtanzflur.

Mit »Midnight Magic« (VÖ in Deutschland steht noch aus) gibt es seine New Age-Disco-Tracks nun auch auf Langspieler – zwar keine ganze Nacht lang, aber das kann ja noch kommen. Recht minimalistisch geht es dazu, es tönt aufgeräumt, fast ein wenig unnahbar. Groove nennt es die besten Italo-Disco-Songs des Jahres und attestiert Sehnsuchtsfülle. Fest steht: mit den dicken Hosen der Skatebord- und Graffiti-Generation wird zu jeder Zeit gebrochen, vielmehr verkriecht sich Baard Lødemel in die hintersten Ecken der instrumentalen Clubmusik, die er mit flockigen Trance- und Easy Listening-Anflügen für sich kuschelig genug zu gestalten vermag.

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