07. August 2006
Schweden im Pocketformat
So, dann wollen wir mal. Drei Wochen Schweden-Urlaub als komprimiertes Häppchen für dürstende Polarblogleser.
Großartig: Natur, Ruhe, Kanu und Mensch als Einheit. Auf endlosen Seen.
Überschätzt: Die meisten Mückenangriffe wurden in unkontrollierten Einzelaktionen geflogen. Geschwaderhafte Kamikaze-Aktionen waren dann doch eher die Ausnahme.
Bewegend: Das samtene, kühle Abendlicht an den Schären, wo man auf einer einsamen Insel herab aufs Meer guckt.
Überbewertet: Göteborg (immer noch)
Schön: Malmö, ein Mix aus Kopenhagen und Hamburg. Kompakt und hübscher als gedacht.
Unnütz: Värnamo, wo Fuchs und Hase und die Dorfkids abends vorm Lidl chillen. Selten eine Stadt ohne weniger Daseinsberechtigung durchfahren. Okay, die zehn ollen Häuser in Michels Lönneberga vielleicht (in Schweden heißt der Typ übrigens Emil).
Nervenaufreibend: 90 auf Autobahnen und bei jeder schmalspurigen Treckereinfahrt auf 70 km/h runtergebremst zu werden. Der Markt für Lebertranprodukte dürfte in Schweden florieren. Und ja nicht zu schnell fahren, denn an jeder Ecke steht eine »Hastigkeitskameror« (staatlich betriebener und ziemlich teurer Drive In-Automat), die liebend gerne unvorteilhafte Schwarzweißaufnahmen macht. Zonk!
Überraschend: Kein Schokomüsli in schwedischen Supermärkten. Davor muss doch gewarnt werden!
Ekelerregend: Auf einem Deluxe-Campingplatz (Meet & Greet dort mit rucksackreisenden Freunden, die nur da übernachten konnten) beim Duschen nachts um halb Eins aus dröhnenden (!!!) Boxen Nickelback hören zu müssen. Das absolute No-Go!
Verstörend: Trotz dem superben Angebot an hauseigenen Künstlern, hören die Schweden anscheinend überwiegend flachschissigen Bockmist aus der Eurotechno-Kanone. Mit extra tiefergelegten Bässen. Pfui!
Unverschämt: Trotz 300.000 Viechern im Land zum ersten Mal auf Schwedentour keinen Elch gesehen. Pah, am nächsten Tag gleich in den Zoo gefahren.
Aber dann doch glücklich: ich


