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Foto nordische Landschaft

12. September 2006

Mit dem iPod ins Fjäll

iPod Nano

Klar – ich gebe unumwunden zu, dass es wohl kein populäreres Blog-Thema gibt als die eigenen Empfindungen beim erstmaligen Kauf eines iPod. Aber was soll man machen? Dieses Ding ist irgendwie prägend, und ich behaupte mal, dass kein anderes Musik-Gadget es mit dem Fluidum dieses Klassikers aller mobilen Miniatur-Abspielgeräte aufnehmen kann. iPod ist Kult. iPod ist fast schon eine Lebenseinstellung – ob man das Ding nun mit den unzähligen Accessoires offen sichtbar nach außen oder verschämt in der Hosentasche trägt.

iPod NanoBei mir war es der iPod Nano, den ich mir vor kurzem  zulegte: noch halbwegs bezahlbar, superklein (doppelt so groß wie eine Streichholzschachtel und flacher als ein Bleistift) und mit halbwegs ausreichend Speicherplatz versehen. Das absolut geniale »Clickwheel« ermöglicht eine Einhand-Bedienung. Ob Aussehen, Bedien-Oberfläche, Handling, Kultfaktor oder Klang – das Ding ist einfach rundum gut und hat meine volle Bewunderung. Und dies sage ich sowohl als Musik- wie auch als EDV-Journalist und Webdesigner auf der steten Suche nach dem idealen Interface.

Seither stelle ich mir nun die Frage: Wie wäre es, mit dieser Mini-Musikbox im nordischen Fjäll zu wandern? Was insofern eine Besonderheit ist, als man bei zwei Wochen abseits jeglicher Zivilsation auf jedes Gramm achten muss – Fanatiker bohren sogar Löcher in ihre Zahnbürste und essen mit Titan-Gabeln, um ihren Wandergenuss zu erhöhen. Da ist es also auch als Musik-Junkie durchaus nicht selbstverständlich, eine tägliche Klang-Dröhnung im Backpack mit sich tragen. Doch mit dem 42 Gramm schweren iPod Nano rückt die Möglichkeit in greifbare Nähe.

Kurzum: Ich tu’s! Ich starte Mitte September zu einer zweiwöchigen Tour in die nordschwedische/norwegische Gebirgsregion Padjelanta und Sulitjelma und werde mir dafür meinen iPod randvoll füttern. Sicher nicht, um ständig die Stöpsel im Ohr zu haben (denn dann muss ich nicht wandern gehen), sondern um ab und zu einen kleinen musikalischen Kick zu genießen – zum Beispiel abends, wenn man vorm Zelt sitzend in die Ferne blicken wird.

Nebel im Fjäll

Und nun also die alles entscheidende Frage: Welche CDs werden dabei sein? (Von einzelnen Liedern halte ich nichts; CDs haben meist einen duchkomponierten Spannungsbogen, den ich nicht durch das Herauspicken eines einzelnen Songs zerstören will.) Von der immer wieder auftauchenden »Einsame-Insel-Frage« unterscheidet sich das insofern, als die Musik schon zur Naturkulisse passen sollte und daher stark »vorgefiltert« sein wird: Welche Soundscapes untermalen die schroffen Gletscher am besten? Welche Balladen mögen zum Einschlafen geeignet sein, wenn der Sturm am Zelt rüttelt? Welche Stimmen will ich singen hören, wenn der erste Schnee über die Hochebenen fegt?

Meine derzeitige Auswahl (Stand 11. September) folgt unten. Mal sehen, was in den nächsten Tagen noch dazukommt …

  • Eivind AarsetDavid Torn : »WHAT MEANS SOLID, TRAVELLER«, »TRIPPING OVER GOD«, »DOOR X«.
    Steve Tibbets : »NORTHERN SONG«, »SELWA«, »EXPLODED VIEW«, »YR«.
    Oder, das Ähnliche in skandinavisch:
    Eivind Aarset : »ÉLECTRONIQUE NOIRE«, »LIGHT EXTRACTS«.
    Mit Tonnen an Technik aufgemotzte Gitarren-Sounds, die als solche nicht mehr erkennbar sind. Nordischer TripHop/Ambient/NuJazz/Noise mit der Lizenz zum Abheben.
  • Lena Willemark & Åle MöllerFür die Bodenhaftung:
    Lena Willemark & Åle Möller : »NORDAN«
    Für die folkloristischen Seiten der Herbstfärbung.
  • Sidsel Endresen : »UNDERTOW«
    Kann eine Platte den nordischen Frost besser vertonen als diese? Sounds für die kalten klaren Nächte.
  • Sami-Sounds – klar, die dürfen nicht fehlen, wenn man durch Rentier-Weidegebiete wandert.
    Wimme Saari : »WIMME«
    Johan Sara Jr : »BOSKA«
    Zwei der »erwachsensten« Joiker.
  • Susanna And The Magical Orchestra : »MELODY MOUNTAIN«
    Weil die Platte einfach gut ist. Und weil ich neugierig bin, ob ihre Hallelujah-Fassung wirklich so gut ins Fjäll passt wie ich es vermute.
  • Hector ZazouHector Zazou : »SONGS FROM THE COLD SEAS«
    Weil dies die beste mir bekannte Projekt-Platte eines gemischt-skandinavischen Teams ist: DIE Eismeer-Musik par excellence.
  • Third Eye Blind : »BLUE«, »THIRD EYE BLIND«
    Weil ein wenig melodischer Mainstream-Alternative nicht schaden kann, um morgens auf Touren zu kommen. Zum Joggen funktioniert diese Musik zumindest prächtig.

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1 Kommentare

1. Matthias schrieb am 21. Januar 2007 um 16:59

Ich kann deine Gedankengänge gut verstehen. Vor zwei Jahren habe ich – damals noch in meiner präpodischen Zeit – einen MD-Recorder auf meine Radtour durch Nordland mitgenommen. Motiviert war ich hauptsächlich durch meine Absicht, O-Töne aufzunehmen, aber ich packte mir auch etwas Musik mit ein.
Für mich ist es heute noch unvergesslich und immer noch sehr präsent vor Augen und Ohren, wie ich nachts vor der Gletscherzunge des Engabre sitzend Terje Rypdals “Lux Aeterna” hörte.

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