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Foto nordische Landschaft

01. Dezember 2006

Robin Williamson: The Iron Stone

Manchmal bekommt man diese CDs auf den Tisch, die nicht unser Portal www.nordische-musik.de passen wollen und trotzdem irgendwie nordisch sind. So wie »THE IRON STONE« von Robin Williamson.

Robin Williamson: The Iron StoneVom ersten Ton an wird klar, dass Robin Williamson Schotte ist: Sein Dialekt und seine Phrasierung verraten ihn, aber auch die trotz aller Individualität doch folkloristische Bodenhaftung.

Und das Instrumentarium! Williamson selbst spielt vornehmlich Harfe und Flöten. Wem der Name bekannt vorkommt, den will ich nicht länger auf die Folter spannen: Man kennt Williamson durch seine Arbeit mit Bert Jansch zu Beginn der Sechziger Jahre und vor allem durch seine von den Kritikern stets hoch bewertete Incredible String Band, so dass man diesen Burschen ohne Übertreibung ein Urgestein der britischen Folkmusic bezeichnen kann.

Unter anderem fasziniert er durch seinen unkonventionellen Gesang, der manchmal mehr Spoken Word-Charakter als eine melodische Komponente hat; dann wieder gibt er durch unerwartete Tonsprünge und seine typisch zitternd gehaltenen Töne das Bild eines knorrig verwachsenen keltischen Barden ab.

Doch kommen wir zu den Begleitern: Beim Hören von »THE IRON STONE« treffen wir auf Geiger Mat Maneri, Kontrabassist Barre Phillips und den wohl weltbesten Mandola-Spieler Ale Möller, bekannt unter anderm durch seine Arbeit mit Lena Willemark, Frifot, Hedningarna-Musikern und unzähligen anderen.

Auf seiner dritten Solo-CD versucht der Schotte die Grenzen gesungener Poesie noch weiter zu weiten – er hat sich u.a. der Texte von Walter Raleigh, Tomas Wyatt und Ralph Waldo Emerson bedient, aber auch eigene Lyrik und Traditionelles flicht Williamson ein in seinen unkonventionellen Vortrag. (Das Titellied übrigens sang er schon 1968 mit der Incredible String Band.) Ihm zuzuhören ist nicht immer einfach, aber lohnend.
Und für Freunde nordischer Musik sowieso.

Im Studio

Bei den Aufnahmen im idyllisch gelegenen Mill House Studio, Abergavenny (das bis 2004 dem ehemaligen Led Zeppelin-Gitarristen Jimmy Page gehörte): Robin Williamsson, Engineer Steve Lowe (?), Mat Maneri, Engineer-Assistant Dylan Fowler (?), Barre Phlips, Ale Möller (von links)

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