28. Januar 2007
Willkommen Eurovision!
Sie schaffen es nicht ganz, ihren Stolz zu verbergen, die Finnen: Ganz Europa ist im Mai zu Gast in Helsinki , wenn der Eurovision Song Contest erstmals in Finnland ausgetragen wird. Die Freude ist groß, der Enthusiasmus gewaltig, aber einer ist der König der Vorfreuer: Das ist Markku aus Tampere. Dieser entfernte Verwandte von Aki Kaurismäki ist auf einer Mission: Die Welt in Suomi willkommen zu heißen und weltweit das Verständnis finnischer Kultur zu fördern.
Dazu scheut der Mann im Mika-Häkkinen-T-Shirt und den kurzen Hosen keine Mühe. Sein Werkzeug: Eine ganz normale Touristen-Videokamera, für einen guten Zweck eingesetzt. Das Ergebnis sind bislang 14 Episoden der von ihm selbst liebevoll-augenzwinkernd inszenierten Doku-Seifenoper »Welcome Eurovision 2007«. Ein Muss für jeden Freund trivial-intelligenter Unterhaltungskunst! Was die finnische Sprache mit dem »Herrn der Ringe« zu tun hat, wohin jeder in der Sauna starrt und es nie zugeben würde, warum Lordi nicht zum gesellschaftlichen Event des Jahres erschienen sind, dem Empfang der Präsidentin zum Unabhängigkeitstag, warum die traditionelle Osterspezialität Mämmi wie Scheiße aussieht – Markku klärt geduldig auf und lässt dabei kein Klischee vom Verhalten seiner Landslsleute aus. Allein sein dick finnisch eingefärbtes Englisch in den Videos ist ein Hochgenuss! Das Gesamtwerk des Mannes aus Tampere ist unter seiner myspace-Seite abrufbar.
Wie wohl den ewigen Verlierern des Schlager-Spektakels der triumphale Sieg der wirklich nicht weltbewegenden Maskenrocker Lordi getan hat, zeigt ein Blick in das Video-Portal youtube. Da hat sich doch einer die Mühe gemacht, unter dem Titel »Finland 12 points« ALLE zwölf-Punkte-Wertungen zusammenzuschnippseln, die während der Abstimmungs-Zeremonie im finnischen Fernsehen übertragen wurden. Zu verfolgen, wie die Kommentatoren immer mehr aus dem Häuschen geraten, ist auch ohne jegliche Kenntnisse der Landessprache ein echtes Erlebnis!


»Raske drenge, grind at dræbe det er vor lyst« (»Flinke Jungen, Grind zu töten das ist unsere Lust«) – so lauten Worte der bekanntesten Grindwal-Weise der
Jungtiere geschlachtet. Noch heute hat die Grindwaljagd auf den Färöer Inseln Priorität im Alltag seiner Bewohner. Selbst Gottesdienste sollen schon unterbrochen worden sein, als eine Sichtung von Walschulen ausgerufen wurde.
men davon keinen Abstand. Tote Wale haben für sie nicht den expliziten Schockeffekt, der es der deutschen Wahrnehmung sicherlich erschwert, beim Anblick von sich rot färbenden Meeresabschnitten, aufgeschlitzten Walföten und sich verzweifelt wehrenden Grindwalen Objektivität zu wahren. Die Färinger blenden den emotionalen Part aus. Für sie ist es eine natürliche Art der Fleischgewinnung, die in anderen Gesellschaften hinter den Türen von Schlachthöfen abseits der tagtäglichen Wahrnehmung in noch stärkerem Maße stattfindet. Ein Fakt, der aus deutscher Sicht nicht zu leugnen ist. Zudem sei diese Jagd nicht durch moderne Fangflotten industrialisiert. Tierschützer hingegen argumentieren mit der guten Versorgungslage der Färöer durch andere Fisch- und Fleischprodukte (die vor allem nicht derart Schwermetall belastet sind als die Meeressäuger) und die schonungslosen undhochtechnisierten Jagden mit »Frühwarnsystemen« von Flugzeugen aus, die den Grindwalen keine Chance des Entkommens lassen.
Lückenlos sind jedenfalls die geführten
in den Leib gerammt wurde, an Land gezogen. So ersetzt dies heute ein abgerundeter Haken, der die Leidenzeit verringern soll. Mit einem scharfen Messer werden dann schnell und fast schmerzfrei Rückenmark und Halsschlagader zertrennt. Selbst über die Schlachtungsmethoden gibt es akkurat geführte Statistiken: Durchschnittlich stirbt heutzutage ein Wal inzwischen binnen 30 Sekunden. Doppelt so schnell wie noch vor fünfzehn Jahren. Der große »Grindadráp« am 07. August 2006 in Gøta dauerte gerade einmal zwanzig schreckliche Minuten. 131 tote Grindwale notierte der Aufseher der Kommune
Keiner bringt es fertig, Helsinki so depremierend aussehen zu lassen wie Kaurismäki. »Muss es denn immer alles so hässlich sein bei ihm?«, fragt selbst meine sonst so moderate Finnischlehrerin Liisa erzürnt.
