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Foto nordische Landschaft

06. Januar 2007

Elektronisches Schweden und schweigende Cat5

 In Retroklamotten gehüllt hat die schwedische Rockszene in den letzten Jahren für viel internationale Furore gesorgt. Die Zähne wurden gefletscht mit Tyrannosaurus Hives, Kommunistenpunk getanzt mit der (International) Noise Conspiracy und die Teenies mit Mando und Sugarplum wuschig gemacht. War sonst noch was? Gut, die melanchoschwerfüßige Singer/Songwritergarde hat auch ihre Helden hervorgebracht: Die Aströms, die González´, die Lous. Nun wird es Zeit, den Fokus ein wenig auf die Elektro-Szene zu schwenken. Denn die erlebt gerade in Schweden ihre ersten Gehversuche nach vielen Jahren auf Krücken. In den 80er Jahren verwurzelt, sind The Knife nur die Speerspitze an jungen Projekten, die viel mehr Konzerthalle als Disco anvisieren.

Und da Cat5 in jeglicher Hinsicht mustergültige Exemplare darstellen, hab ich sie einfach mal angeschrieben, ob sie nicht Lust auf ein kurzgefasstes Email-Interview über die elektronische Szene und über die Frauenrolle in der schwedischen (Pop-)Kultur hätten. Schließlich kokettierten sie auf ihrer Single »Sexy« für den an dieser Stelle bereits besprochenen Sampler »Girl Monsters« noch mit dem verbreiteten Frauenbild vieler Männer. Wie viel Wahrheit steckt dahinter? Und wie was gibt es sonst noch über Indie-Elektro in Schweden zu berichten? »Yeah, sounds great« willigten die beiden von Cat5 auch sofort ein und einen Tag schickte ich ihnen meine Fragen. Vergebens. Trotz netter Nachfragen ernte ich seit Wochen nur pure Ignoranz. Das ist ebenso schade, wie unprofessionell. Aber was tun? Schließlich steckte da schon eine gewisse Vorbereitungszeit drin, die nicht umsonst gewesen sein sollte. Was also machen mit einem Interview ohne Antworten? Wie wär´s mit: Online stellen und sich selbst Antworten ausdenken?

Es folgen also: Das allererste »Do It Yourself«-Interview zum selbst ausfüllen (okay, das ist natürlich nichts gegen den Interviewroboter der netten Kölner Band Locas In Love) und schließlich doch noch ein paar Links zum elektroakustischen schwedischen Rahmenprogramm. Scroll on!

 Als Außenstehender sieht die Elektro-Szene in Schweden wie ein eng geknüpftes Netzwerk aus. Gerade bei myspace sind die Verlinkungen sehr offensichtlich. Wie eng oder freundschaftlich sind denn in Wirklichkeit diese Verbindungen? Und mit wem gebt ihr euch so ab? Wen mögt ihr und warum?

… 

Trotz Major-Deal seid ihr immer noch ziemlich »underground«. Gibt es da so etwas wie ein »sich gegenseitig aushelfen« in der Szene? Arbeitet ihr z.B. mit bestimmten Locations zusammen?

Welche Interaktionen und Beeinflussungen registriert ihr denn zwischen den Projekten?

Einerseits gibt es die klassischen Bandprojekte und andererseits die Club-DJ-Szene. Würdet ihr auch diese Unterscheidung treffen?


Gerade in Deutschland sind The Knife das leitende Beispiel für elektronische Sounds aus Schweden. Wie ist die Wahrnehmung in Schweden? Was gibt es dort noch für wichtige Projekte?


Während The Knife wegen ihrer stylischen Haltung auf ihrem neuesten Album »Silent Shout« sehr zeitgemäß rüberkommen, klingen Cat5 noch viel mehr nach den 80ern. Mehr Glam, mehr offensive und »cheesy« Popklänge. Die 80er scheinen generell der signifikante Einfluss auf die derzeitige Elektronik zu sein. Warum eigentlich?

Würdet ihr mir zustimmen, dass die Schweden mit Charme und einem sehr guten Durchschnittniveau in der Musikszene punkten und nicht so sehr damit, neue Standards zu setzen und Hypes loszutreten?

Gibt es schon spezielle Labels, die darauf hinarbeiten, die Elektroszene in Schweden weiter anzukurbeln? Denn die Indie-Szene ist ja immer noch sehr durch Rock- und Gitarrenzeugs dominiert…

… 

Offensichtlich wird es immer wichtiger, auch Elektromusik live auf die Bühne zu bringen. Woher rührt denn das eigentlich? Auch für euch ist das ja wichtiger Bestandteil von Cat5…

Bei Cat5 habt ihr ja eher knappe und sehr simple Texte. Tanzen und Nachdenken – gibt´s da keine Chance, das in Übereinkunft zu bringen? Handelt denn eigentlich eure Musik nur vom Hedonismus?

… 

Ich hab euren Song »Sexy« auf einem Sampler namens »Girl Monster« entdeckt. Ein bisschen nehmt ihr dieses Flittchen-Image da aufs Korn, in dem ihr damit kokettiert. Das passt wunderbar zur Konzeption des Samplers, der sich hauptsächlich mit Feminismus und Emanzipation befasst. Sind euch diese Themen wichtig?

Was bedeutet denn für euch generell, ein Mädchen zu sein?


In Deutschland gab es eine große Debatte über die Selbstverwirklichung von jungen Frauen. Bezüglich Mutterschaft und Karriere wird da eine Übereinkunft als sehr schwierig herausgestellt. Ich war im Sommer in Schweden und fast jede Mittzwanzigerin war gerade schwanger oder hatte bereits ihr Baby. Was läuft da im schwedischen System gerade viel besser als bei uns?

… 

Noch mal zurückzukommen auf die Musikszene. Wie es da für euch als Mädchen Musik zu machen. Musik ist ja immer noch eine Männerdomäne…

Was würdet ihr euch in emanzipatorischer Hinsicht denn für die Zukunft wünschen? 

… 

Falls sich also in den nächsten Tagen oder Wochen noch etwas Erhellendes  ergeben sollte, werde ich natürlich schleunigst die Antwort-Felder auffüllen. So lange kauft bitte nicht das aktuelle Album von Cat5  – aber das gibt es bisher sowieso ausschließlich im Land der Elche. Um euch trotzdem ein Bild über die Qualität und -viel wichtiger- über das Ausmaß der elektronischen Musikversuche zwischen E-Rock und abstraktem Bea
tgewitter in Schweden zu machen, klickt einfach wie wild auf folgenden Links. 

 50 Hertz 

Bondage Fairies

Bulgur Brothers

Army Of Lovers

DJ Khim

Forss

Haxor Och Porr

Hemstad

Jospressen

Kompis

Lo-Fi Fnk

Love Is All

The Morning Brains

Army Of Lovers

Naked Ape

Otur

Plej

Puckspony

Roboto Amore

Skugge & Stavöstrand

Slagsmalsklubben

Tape (Sthlm)

Your Little Dragon

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