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Foto nordische Landschaft

06. Februar 2007

Wolfkin in meiner Stadt

Warum in einen anderen Club gehen, wenn der Club, in den ich immer gehe, einfach der beste ist? Also ab in die Astra-Stube, wo an diesem Abend das Duo Wolfkin aus Dänemark spielte. Wolfkin, tja.

Ein erstes, zugegebenes oberflächliches Hören ihrer Debüt-CD »Brand New Pants« hinterließ bei mir nicht unbedingt anhaltende Begeisterung. Eine seltsame Mischung aus Psychobilly war da zu hören, garniert mit ein paar Indieanklängen und einigen angeschrägten Rockelementen. Irgendwie ziseliert, nicht immer auf den Punkt gebracht, um eine gewisse Prise Humor bemüht auch, so wie manchmal Kunststudenten Musik machen, wenn sie sich noch nicht ganz zum Malen oder Bildhauern durchringen mögen.

Aber egal, denn die Astra-Stube ist nun mal die Astra-Stube, das reicht ja schon. Umso angenehmer die Überraschung, als Wolfkin auf die Bühne kam, doch zu fünft, also in Konzertbesetzung. Und gleich fingen sie schier ausgelassen zu rocken an, alle ihre Schnörkel und Verzierungen waren wie weggeblasen; alles Manierierte ihrer Studioproduktion blieb ausgeklammert, als hätte es das nie gegeben. Und so wurde es ein richtig netter Abend, der wie im Fluge verging und nach zehn Stücken war Schluss und die Band fing noch mal von vorne an und wie schön ist es doch, wenn man das eigene Urteil revidieren muss, kurzum: Wolfkin sind eine fabelhafte Live-Band und ihr Album hört sich heute auch schon viel besser an.