31. März 2007
Jazkamer in meiner Stadt
Seit mehr als zehn Jahren widmet sich der in Hamburg verortete Verein »Hörbar e.V.« dem, was man gemeinhin experimentellen Film beziehungsweise experimentelle Musik nennt. Anders und besser ausgedrückt: »Die Hörbar beschäftigt sich mit der Bruchhaftigkeit der Wahrnehmungs- und Lebensweisen im digitalen Zeitalter.« Dazu lädt sie jeden letzten Freitag im Monat zu entsprechend interessanten wie vordergründig ungewöhnlichen Konzerten in die Räume des ebenso ambitionierten und unangepassten Kinos B-Movie auf St. Pauli ein. Der Act diesmal: Ein Auftritt des amerikanisch-australischen Duos Curgenven/Holzer, dem ein weiteres Duo folgte: Jazkamer aus Oslo.
Und los ging’s: Lasse Marhaug (mit Schiebermütze) und John Hegre (mit Matte) standen sehr unspektakulär auf der Bühne, spärlich beleuchtet. Kein Wort ans Publikum, kaum ein Blick an die Anwesenden, also keine Begrüßung oder gar Erklärung, zu dem, was folgen sollte und sich »Konzert für kaputte Gitarren und Baßverstärker« nannte. Beides eingestöpselt und ab ging die Sause. Und schnell wurde hörbar, dass hier zwei am Werk sind, die dem Topos der Melodie und des Rhythmus seit langem den Rücken zugekehrt haben. Was für wunderbare Rückkopplungen lockten statt dessen; was für brachiales Gitarrengeschrubber entfaltete sich, roh und mehr als bedrohlich für jeden Autoradiohörer.
Besonders eindrucksvoll: Lasse Marhaug, der eine Art Peitsche mit Drähten schwang, dass es jedes Mal aufdröhnte, dass die Sitze vibrierten und der eigene Körper nachzog. Eben alles andere als ein behutsames Zusammenfügen fein ziselierter Cluster, sondern ein in sich geschlossenes und auf Anhieb hereinbrechendes Soundgewitter, dreckig und ruppig noch bis in die letzten Ausläufer.
Es war schlicht wahrhaft genialer Krach, denn die beiden da dahin zauberten, eine halbe Stunde lang, immer wieder am Rande der Monochromität entlang und wenn es einen einzigen Moment dabei gab, der ein wenig aus der Rolle fiel, dann den, wo John Hegre den Gitarrenhals kurz losließ und verschämt auf die Armbanduhr schaute. Pünktlich danach eine kurze Verbeugung, ein schüchternes Lächeln und – Stille; die sich gegen das eben erlebte Rock’n'Roll-Inferno allerdings erst einmal behaupten musste.


Warum schweigen sich die Musiker um Sänger Jari Oisalo selbst auf ihrer myspace-Seite beharrlich für den Rest der Welt aus und kommunizieren nur auf finnisch? Und warum ist so gut wie kein Foto von
herausgekommen, ein Album, auf dem die Musiker zum Traumtanzen zurückfinden, nachdem sie auf dem Vorgänger »
Irgendwann ist es für jeden das erste Mal. Auch für das
Wenn der Mann richtig aufdreht, sieht die Sache anders aus. Hinzuzufügen bleibt: Die Spielfreude, Anarchie, Energie und Rotzfrecheit von Boomhauer gehen im Duell mit dem anfänglich sehr zurückhaltenden Darmstädter Publikum eindeutig als Sieger vom Platz. Faktum bleibt: Ein Boomhauer-Konzert ist immer unwiderstehlich. Auch wenn Herr Krappala mal wieder seine wunderbaren langsamen Songs nicht live spielt.
die den internationalen Durchbruch dänischer Musik entscheidend mitgeprägt haben. Oder den Rockern
(Foto), die durchaus zeitgeistmäßig das nächste große Ding werden könnten. Oder die verträumt innigen 