Home
Foto nordische Landschaft

30. März 2007

Wojciech oder die unzugänglichste Band der Welt

Es scheint so, als strenge sich diese Band nach Kräften an, so unbekannt wie möglich zu bleiben. Als entziehe sie sich bewusst allen Annäherungsversuchen. Wie kommt das Sextett aus Turku dazu, sich nach einem schwer zu buchstabierenden polnischen Männervornamen zu nennen? Warum gibt es in der ganzen weiten Welt des Internet keinen einzigen englischen Beitrag zu den Sternenfängern aus Südfinnland?  Warum schweigen sich die Musiker um Sänger Jari Oisalo selbst auf ihrer myspace-Seite beharrlich für den Rest der Welt aus und kommunizieren nur auf finnisch? Und warum ist so gut wie kein Foto von Wojciech aufzutreiben?

Faktum ist: Es gibt Wojciech. Wirklich. Im Sommer vor zwei Jahren konnte ich die Band am Rande des Ämyrock-Festivals in Hämeenlinna live erleben. Es wurde nicht dunkel und die schüchternen Musiker verzauberten die Nacht mit ihren naiv-schwerelosen Visionen von  Welten diesseits der schnöden Realität. Es gibt  drei Alben und eine EP. Jüngst ist »SOINTULA«  herausgekommen, ein Album, auf dem die Musiker zum Traumtanzen zurückfinden, nachdem sie auf dem Vorgänger »AMPIAINEN OMPELI« einen Ausflug in Richtung Mainstream-Pop versucht hatten. Auf »SOINTULA« sind die Bezüge zu Sigur Rós deutlich auszumachen – und trotzdem entsteht etwas Eigenes, etwas Schönes, etwas Herzerwärmendes. Nur: Zu gerne würde auch der des Finnischen nicht mächtige Mensch zumindest den Titel des Albums verstehen. Da gibt es nur eins:  Den Hilferuf an den ultimativen Experten: Vesa Lautamäki.

Vesa ist ein stiller Held. Seit Jahren betreibt der Musikfan mit großer Hingabe die einzige umfassende Website zum Thema finnische Popmusik: One Chord To Another. Ohne Vesa stolperte ich auf der Suche nach Informationen hilflos im Dunkeln. Vesa rauft sich auf meine Anfrage zu Wojciech digital die Haare. »Warum fragst Du immer so schwierige Sachen wie Wojciech-Übersetzungen?«, seufzt er abgrundtief. Und versucht sein Bestes. Also: »Sointula ist so etwas wie ein Ort, wo die schönen Akkorde wohnen. Oder so ähnlich. Wojciech sind in ihren Texten immer sehr poetisch.« Aha! Danke, Vesa!

Besprechung von »SOINTULA« folgt. Und Reinhören lohnt sich!

Die letzten 5 Beiträge von Eva-Maria Vochazer

Noch keine Kommentare!

Schreibe einen Kommentar

Folgende Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

*
Bitte gib das Sicherheitswort auf dem Bild ein.
Anti-spam image