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Foto nordische Landschaft

24. April 2007

Malene Mortensen in meiner Stadt

In der Hamburger FABRIK hält man es mit den skandinavischen Ladies. Marie Boine ist seit langem Stammgästin, Marilyn Mazur war schon des Öfteren da, auch Kari Bremnes kommt regelmäßig vorbei. Der Wandel der Rebekka Bakken von der ernsten Jazzsängerin hin zur eher gefälligen Popmamsell konnte hier ebenso verfolgt werden, wie das Auftauchen der schnell sagenumwobenen Hanne Hukkelberg. Nun schaute Malene Mortensen vorbei, an einem Montagabend und das bei dem Wetter, publikumsmäßig wahrlich keine leichte Sache.

Doch weder sie noch ihre kleine und dreiköpfige Band ließen sich davon die Spielfreude verderben und ungewohnt pünktlich stand sie auf der Bühne, ihre Kerle an den Drums, am Bass und am Klavier mit jeweils geschorenem Kopfe. Ausdruck der Zugehörigkeit einer hier noch unbekannten Jazzsekte?

Malene Mortensen aber schüttelte ausgiebig ihr blondes Haar und sang sich ergötzlich durch ihr Repertoire aus mittlerweile drei CDs. Dabei pflegte sie auch live ihre leicht konservative Lesart des eher abgesicherten Jazz, wobei dieser glücklicherweise auf der Bühne nach etwas Zeit und dank anhaltender Publikumsberührung dann wesentlich kantiger und schroffer und auch interessanter daherkommt, denn daheim aus der Stereoanlage. Selbst ein nun wirklich erloschener Standardsong wie »Take Five« bekam so ein klein wenig Schmackes, wenn auch ihre Eigenkompositionen erheblich besser gefallen müssen und es ist zu wünschen, dass sie sich davon noch ein paar mehr zulegt.

Stimmlich ist sie einfach eine Könnerin, dazu tänzelte sie ergeben über die Bühne, während ihre Füße in zwei wirklich seltsam hochhackigen Ungetümen steckten, weshalb es kein Wunder war, dass sie während der zwei abgeforderten und mit offensichtlicher Freude gegebenen Zugaben barfuss sang, sah auch entschieden besser und vor allem entspannter aus.