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Foto nordische Landschaft

20. Juli 2007

Lampshade in meiner Stadt

Sind sie nun live besser als auf CD? Die drei jungen Menschen hinter mir waren sich nicht ganz einig: In jedem Fall seien Lampshade eine richtige tolle Live-Kapelle, das blieb stehen, zu Beginn dieses Abends im Knust, draußen sanfte sommerliche Wärme, wie sie zwischen dem Schanzen- und dem Karoviertel flanierte. Und dann kamen sie – weißgewandet und von der ersten Sekunde an bestens gelaunt. Sängerin Rebekkamaria Andersson vom Klubherrn Norbert zuvor mit weißen Margaritten beschenkt, den sie zu einem Haarkranz geflochten hatte und entsprechend stolz trug – denn der Norbert schenkt nicht jeder Frau mal so eben Blumen.

Und ab ging die Post, wie aus einem Guss spielten sie diesmal zu fünf ihren melodiös-kraftvollen Indiestyle – und was soll ich sagen, Freunde? Das rockte! Eine Augen- und Ohrenweide allein Miss Andersson, die – auch wenn Vergleiche immer blödsinnig sind – eben singt und kickst und tanzt und sich Rücken durchstreckend gebärdet wie einst die junge Björk, als sie noch nicht auf Kunst machen musste und alles Artifizielles ihr so fremd war.

Sehr schön dazu als Gegenstück inszeniert: Keyboarderin und Geigerin und oft auch Sängerin Rebecka Wallgren, wie sie ganz cool die linke Schulter frei ließ, manchmal am Träger zupfte, sich hin und dann das hellblonde Haar in die Stirn pustete und in Schuhen steckte – wir in Hamburg sagen dazu ‚Sitzschuhe’ und es ist zu hoffen, das dies nur ihr Bühnenoutfit ist, sonst sind die Krücken vorprogrammiert.

Und auch die Kerle waren nicht schlecht, allen voran Gatte Johannes Dybkjaer Andersson, der seinen Bass schlenkerte, als ging es um sein Leben. Doch die Show gehörte den beiden Frauen, unbestritten und sie spielten Song nach Song, als wollten sie nie aufhören und immer auf der Bühne bleiben und auch wenn der Juli noch nicht mal rum ist: Es war eines der besten Konzerte in dieser, meiner Stadt.