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Foto nordische Landschaft

14. August 2007

Die samische Hoffnung ruht auf Niko Valkeapää

Jeder viel beschäftigte Rezensent kennt das: Es gibt nahezu ungehörte CDs am Schreibtisch, von denen man weiß, dass sie gut, ja vielleicht sogar sehr gut sind. Allein: Es fehlte die Zeit und vor allem die Muße, um sich diesen Platten zu widmen. Und da es sich im Normalfall um ältere Veröffentlichungen handelt, die einem irgendwann zugeflogen sind, gibt’s auch keinen Redaktionsdruck, einen Text dazu abzuliefern.

Die beiden CDs des jungen samischen Sängers Niko Valkeapää gehören dazu. Doch jetzt habe ich sie gehört … und absolut genossen. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass dieser finnisch-norwegische Bursche aus Enontekiö – mittlerweile lebt er als Lehrer in Kautokeino – der derzeit viel versprechendste samische Musiker ist.

Niko Valkeapää

Er, der Neffe des wohl bedeutendsten samischen Musikers Nils-Aslak Valkeapää , ist kein weiterer Joiker. Er singt mit ruhig raunender Stimme, doch es sind eher die Soundscapes und die überraschend poppigen Songs, die Aufmerksamkeit wecken. Und natürlich die grandiosen Musiker und eine Produktion, an der auch der große Hector Zazou seine wahre Freude hätte.

Vergesst Wimme – und behaltet Nils-Aslak Valkeapää im Auge! Auch wenn man nach seinem mit dem Spellemannpris 2003 ausgezeichneten Debüt und dem Nachfolge-Album »SIERRA« leider nichts mehr von ihm gehört hat …

Vier Songs gibt’s auf Myspace, seine Website ist derzeit leider nicht (mehr) erreichbar.