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Foto nordische Landschaft

19. August 2007

The Rollstons: Berühmt werden? Wir doch nicht!

An einem verregneten Wochenende endlich den Rest der Alben hören, denen ich nach stundenlangem Kramen in den Stupido-Shops in Helsinki und Turku nicht widerstehen konnte. Das zweitaktuelleste Rollstons-Album »TAPING TREES« gabs zum Sonderpreis und da singt doch der wunderbare Janne Laurila als Gastmusiker mit – also klar, das Album musste her. Und, pheew! es ist eine reine Freude.  Es hebt die Popwelt nicht aus den Angeln, aber dieser unbeschwerte Powerpop, dieses ironische Understatement, diese Melodienverliebtheit machen einfach Laune. Elegant fügt die Band um das Gebrüderpaar Miko und Tuomas Valo (nein, wirklich nicht verwandt mit Ville Valo!) kauzig-verschrobene Elemente ein, was den Spaß noch steigert. Warum kennt bloß kein Mensch außerhalb Finnlands diese Band, die auch live sehr gut sein soll, wie Freunde glaubhaft versichern?

Vielleicht liegt es an der finnischen Nationaltugend Bescheidenheit. Vielleicht liegt es daran, dass die kleine, aber feine Indiepopszene hinter all den Metal-, Schock- und Liebesrockern international nicht wahrgenommen wird. Vielleicht liegt es daran, dass es mit der Vernetzung der finnischen Popwelt nach »Europa« noch arg hapert. Schwedische Popmuiker sehen wir alle naslang in deutschen Konzertsälen auf Tournee. Nicht jeder Act hat das nach dem Eindruck der Konzertgängerin von Qualität und Substanz her auch verdient.

Oder vielleicht liegt es daran, dass finnische Indiepopbands wie die Rollstons ohnehin gerne das Understatement pflegen.  Wir machen alle zwei, drei Jahre eine Platte, und das machen wir mit Gusto und viel Liebe und ob wir dabei reich und berühmt werden, ist uns doch weitgehend egal. Wir machen das, weil uns das Spaß macht. Und das gibt uns eine ungeahnte Freiheit. Vielleicht klingen Rollstons-Alben wie das wunderbare »OUR GRAIN COULD FILL YOU STADIUM«  genau aus diesem Grund so entspannt und souverän.

Zwischendurch, neben dem Musikmachen, werden die Rollstons erwachsen. Ziehen von Jyväskylä ins fast schon großstädtische Tampere. Kriegen Kinder. Spielen weiter mit Leidenschaft Fußball. Und das netteste am neuesten Rollstons-Album »SONG FOLKS« ist dieses wunderbare Video, auf dem der kleine Sohn eines der Bandmitglieder fröhlich zu einem der Songs tanzt. Nicht-Berühmtwerden hat eindeutig auch seine Vorteile.

Wer (hoffentlich!) jetzt neugierig geworden ist, kann auf der Rollstons-Website in das Schaffen der Band hereinhören.

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