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Foto nordische Landschaft

26. September 2007

Ein Muss für den Nordfan: das Reeperbahnfestival

Wer aus Hamburg kommt und wer in Hamburg lebt – was nicht dasselbe ist – meidet gemeinhin die Reeperbahn. Es sei denn, ihm dürstet danach, sich betrunkene, grölende, feixende und generell aus den Fugen geratene Provinzler anzuschauen, die immer noch glauben, die Reeperbahn wäre der Nabel der Welt oder sogar Hamburgs und die sich entsprechend benehmen (also nicht).

Und dennoch gibt es nächster Tage einen handfesten Grund, die Reeperbahn aufzusuchen: das Reeperbahnfestival, das sich glücklicherweise nicht nur über die Reeperbahn erstreckt, sondern Clubs und Konzerträume mit einschließt, die aus gutem Grunde weit weg von der Reeperbahn residieren (etwa das Knust oder das Uebel&Gefährlich).

Das Konzept ist einfach: Ein gutes Dutzend an Clubs öffnet abends seine Pforten und etwa im Stundentakt treten Bands und Solokünstler auf, bis der Morgen graut. Wer mag, flaniert von Club zu Club, bereit das Risiko einzugehen, das dort, wo er hin will, gerade wegen Überfüllung geschlossen ist. Man kann aber auch auf seinem einmal eroberten Stehplatz stehen bleiben und verpasst dann das, was an anderen Orten vielleicht besser gefallen hätte.

Da Hamburg zwar nicht – wie noch immer viele glauben – am Meer liegt, aber sich doch einigermaßen im Norden befindet, kommt der Nordfan wirklich auf seine Kosten: Denn es reisen Anna Ternheim und Maria Mena ebenso an wie Björn Berge oder die Rocker von Murder. Dúne ist ebenso am Start wie Hanne Hukkelberg oder die Figurines oder Friska Viljar. Je nach Temperatur der Musik finden die Konzerte in bestuhlten Häusern wie dem Imperial Theater oder in den für Klaustrophobiker wenig geeigneten Katakomben des Molotow statt. Ein Tipp ist in jedem Falle das Knust, dass einen schönen nordischen Samstagabend verspricht und wo etwa Shout Out Louds spielen werden.

Doch wohin man auch geht, ob eher das Rockerherz schlägt oder einem nach dem einsamen Jüngling an der Gitarre ist, wer über die Reeperbahn eilt, sollte sich nicht wundern, wenn einem plötzlich ein derangierter Sachse oder Rheinhesse oder Pinneberger um den Hals fällt und mit einem einen trinken gehen will, in Lokalitäten, die er aus dem Fernsehen kennt. Bitte den Mann höflich abschütteln und weitergehen. Wir Hamburger sind ganz anders.

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