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Foto nordische Landschaft

29. Oktober 2007

Tenlike in meiner Stadt

Das kommt also davon, wenn man unbedingt den Tatort zu Ende gucken muss, um zu sehen, ob Professor Börne und der Thiel sich nicht doch wieder vertragen. Das kommt davon, wenn man noch schnell auf dem Weg eine termingenaue Geburtstagspostkarte einwerfen will und in einer Stadt wohnt, die sich zwar unablässig Metrozone nennt, aber (deswegen?) kaum noch Briefkästen kennt, die am späteren Abend geleert werden. Und so waren die Jungs von Tenlike schon am spielen, als ich die Max-Brauer-Allee herunter geradelt kam, in der Ferne das Schild der Astra Stube aufleuchten sah und schnell an der Sternbrücke mein Rädelchen anschloss (man weiß ja nie).

Drinnen dichtes Gedränge und die Frage war nicht unbegründet: „Willste da noch rein, wirklich?“ Und der junge Mann machte sich schlank und weiter durchgewühlt, was ein Temperaturunterschied: außen knappe 9 Grad, drinnen 30 plus, mindestens.

Zu viert war das Trio um Oskar Sveden angerückt und was spielten sie für netten Gitarrensound und eben nicht Gitarrenpop. Dazu sind sie zu gradlinig, zu entschlossen. Und glücklicherweise sind auch sie auch wieder zu bodenständig, um ins rein Elegische abzugleiten, wie das Gitarrenboys ja zuweilen geschieht. Keine Zugabe, so viel Material hätten sie noch nicht eingespielt und im übrigen empfahlen sie die anschließende Hamburger Band Ten Second Walk, beide Combos sind nach einer kleinen Deutschlandtournee über Lüneburg, Chemnitz, weiter nach Kaiserlautern und zurück zum Schluss nach Hamburg miteinander sehr vertraut.

Also: Tenlike. Ein Name, den man sich merken muss. Und so entspannt wie sie später draußen vor der Tür standen und den etwas raueren Tönen von TSW lauschten (deren Sänger nicht ganz so gut singen kann), werden sie gewiss mal wieder zu uns kommen, der Thiel und der Börne haben sich übrigens am Ende wieder vertragen, gut so.