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Foto nordische Landschaft

30. Juni 2008

Hel(l) aktuell: III – Noch mehr Tuska 2008

tuska_logoSonntag, Tag III: Nach Freitag und Samstag der letzte Tuska-Tag.

Mit Korpiklaani (pardon: Before The Dawn), Job For A Cowboy, Killswitch Engage, Shade Empire, Sonata Arctica, Nile, Tyr,… − und SLAYER.

…sowie den »Hevi-Kaninchen« im Tuska-Backstage. Sowas gibt’s eben nur in Finnland − und das auch: Eintritt frei für über 65jährige beim Tuska. Metalheads, DAS sind doch mal rosige Zukunftsaussichten!

Doch der letzte Tag beginnt leider mit einer Panne: Korpiklaani sind hier − aber ihr Equipment nicht.

Oder wie es ihre kurzfristig eingesprungene Ersatzband Before The Dawn ausdrückt: »They’re willing to play – but the fucking backline is in Belgium!« Schwacher Trost für die Fans: Zumindest schreiben Korpiklaani wie geplant fleißig Autogramme.

Die zweite Panne: Krankheitsbedingt fällt der Sänger der US-Band Job For A Cowboy aus, die Truppe steht heute als Instrumental-Version auf der Bühne.

Doch nun genug der Vorrede, Bilder sagen mehr als tausend Worte:

BEFORE THE DAWN – finnischer Ersatz für KORPIKLAANI

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KILLSWITCH ENGAGE – USA

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…hier geht’s weiter:

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29. Juni 2008

Hel(l) aktuell: II – Mehr Tuska 2008

Samstag, Tag II:
Mit Morbid Angel, Kreator, Fields Of The Nephilim, Diablo, Dream Evil, Discard, Noxa, Behemoth, Kiuas, Kalmah,…

KIUAS – Finnland
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BEHEMOTH – Metal aus Polen

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NOXA – Punk-Metal-Grindcore aus Indonesien(!)

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FIELDS OF THE NEPHILIM – Großbritannien

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DISCARD – Finnland

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KREATOR – Thrash made in Germany

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MORBID ANGEL – noch mehr alte Recken

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Fotos © natte

28. Juni 2008

Hel(l) aktuell: I – Tuska 2008

Es ist wieder TUSKA in Hel(l)sinki:

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Freitag, Tag I:
Mit Dimmu Borgir , Carcass, Entombed , Amon Amarth, Stam1na , KYPCK,…

KYPCK – Russisch singende Finnen

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AMON AMARTH – Vikinger aus Schweden

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STAM1NA – Finnen-Thrash

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ENTOMBED – Schwedentod

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DIMMU BORGIR – norwegisches Black Metal Urgestein

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Fotos © natte

24. Juni 2008

Dieser Sommer wird empfindsam Teil 1: Hymns From Nineveh

Wer sagt denn, das sich der Sommer durch dauerfröhliche, laute Mitsingschlager auszeichnen soll? Viel entspanner ist es doch, in der sich endlos hinziehenden Dämmerung auf dem Balkon oder im Park zu sitzen und den ganz leisen Tönen zu lauschen. Sanften, nachdenklichen Songs, mit einer gewissen Wehmut plus dem Wissen um unvermeidliche Vergänglichkeit. Empfindsamen Träumereien. Die sich leerende Stadt kurz nach Ferienbeginn zu genießen.

Starten wir doch eine kleine Serie mit Entdeckungen der leisen Art, die den Soundtrack der kommenden langen Tage bilden können.

 Aus Dänemark kommt der Singer-Songwriter Jonas Petersen, der als Musiker unter dem Namen Hymns From Nineveh unterwegs ist. Seine Songs bezeichnet er sehr treffend als »Devotional Folkpop«. Sufjan Stevens hat hier wohlwollend Pate gestanden. Wie bei so vielen aufstrebenden Nachwuchskünstlern. Gitarre, Stimme, zurückhaltende Arrangements. Was Jonas Petersen aus der Masse der Nachahmer heraushebt, sind Intensität und das Talent, Herzen zu rühren. Aus Neugier bei myspace reingehört. Hängengeblieben, was ungewöhnlich ist.

»If I fade then it´s ok. To break in two. Break in two. If I am breaking into you«, singt Petersen auf dem vielleicht schönsten Song »Cocoon«. Den kann man immer wieder hören, so emotional berührend und dicht und unwiderstehlich ist der.

 Von Hymns From Nineveh gibt es noch nicht einmal ein Debütalbum. Soll kommen auf Good Tape Records. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Jonas Petersen hat vier seiner schönsten Demosongs zum freien Download auf seine myspace-Seite gestellt.  Am besten in der Dämmerung zu genießen. Wunderbar.

Kleine Blick nach vorn: Der zweite empfindsame Künstler, der den ruhigen Summer-Soundtrack 2008 prägt, kommt aus Island.

07. Juni 2008

Ruhelos in Reykjavik: Borko und Reykjavik!

An Schlafen ist überhaupt nicht zu denken. Ein cremiges Weiß, ein milchiges Grau, das ist alles, was die Nächte in Island kurz vor Sommeranfang zu bieten haben. Ins Bett scheint in diesen Tagen keiner gehen zu wollen. Wozu auch? Ausruhen können wir im Winter, wenn es nur vier Stunden am Tag hell wird.

Wochenende. Touristen können in Reykjavik mittlerweile ganz offiziell Rúntur-Touren buchen und unter einheimischer Führung auf die traditionell isländische Weise bis in die frühen Morgenstunden von In-Kneipe zu In-Kneipe ziehen, Freigetränke inklusive.  Man darf sich dann in etwa so fühlen wie Hlynur, der nichtsnutzig-charmante Held aus dem Film 101 Reykjavik. Korrekterweise findet der Rúntur zwar durch möglichst cooles Kutschieren im Cabrio entlang der einzig ernstzunehmenden Einkaufs- und Barmeile des Landes statt, aber wollen wir nicht pingelig sein und lieber zur legendären Wurstbude am Hafen schlendern und uns für den Abend stärken. Einfach schauen, wo die Schlange ist….genau…hier gibts die besten Pylsus der Stadt! Lecker!

Wie ist die isländische Etikette bei Konzerten? Fangen die ganz korrekt superpünktlich an? Oder lässig eine Stunde später? Bei Bierpreisen von rund acht Euro das Glas sind das aus finanztechnischen Gründen wichtige Überlegungen. Im Organ in Downtown Reykjavik spielen an diesem Abend die Jungspunde Reykjavik ! und der skurille Brillenträger Borko mit seiner Band. Es ist Labelabend von Kimi Records und die Konzertgänger trudeln langsam ein. Zeit genug, um sich die Exponate der Innereien des menschlichen Körpers aus dem Grundstudium für Mediziner in aller Ruhe anzusehen. Deswegen heißt der Laden ja auch Organ!

Reykjavik! sind sehr sympathische, äußerlich äußerst verschluffte Indiepowerpoprocker, die mit Gusto eine rotzige Punkattitütde pflegen und von Null auf Hundert gefühlte 3,2 Sekunden brauchen. Respekt!  Die fünf Anfangszwanziger (großzügig geschätzt!) legen los, als ob sie vor wichtigen Labelbossen um ihren ersten Plattenvertrag kämpften. Dabei sind doch nur rund 40 ihnen sehr wohlgesinnte Konzertgänger da, die ohnehin nach dem ersten Lied schon begeistert klatschen. Die Songs kommen knallig und krachig daher, es wird mächtig auf die Gitarren eingehauen – aber, mal ganz ehrlich, den Pokal für besonders originelle Beiträge zur Geschichte der Rockmusik wird das Quintett nicht gewinnen. Es sind jugendliche Energie, hormonelle Aufwallungen und viel anarchische Rocklust, mit denen Reykjavik! punkten. Macht Spaß, aber nur drei deutsche Touristinnen folgen der ausdrücklichen Aufforderung der Band, vor der Bühne abzurocken. Was sind wir doch spontan! 

Borko überrascht. Der bebrillte, rundliche Barde und seine Band wollen in dieser Nacht zeigen, dass in ihnen echte Kerle mit einer hörbaren Liebe zum Progressive Rock schlummern. Natürlich mit reichlich selbstironischer Attitüde und ausgedehnten elektronischen Spielkindereien. Besonders der Gitarrist gefällt sich mit kaum verstecktem Grinsen in markigen Heroenposen und spielt so auf, als ob er auf einen Streich alle Elfen des Landes ins Hinterzimmer treiben und dort einsperren wolle.  Hinweg mit Euch, ihr Stereoptypen von der ach so verhuscht-verträumten isländischen Musikszene! Was nicht heißt, dass Borko und seine Mannen hier nicht hochkonzentriert aufspielen – sie klingen live wie eine sehr viel rauhere Version ihrer selbst als auf »CELEBRATING LIFE«, das unser Album des Monats März 2008 war. Rocker, Elektroniker, Spaßvögel, Waldschrate, Klischeebrecher und Aufmüpfer – das alles sind Borko an diesem Abend. Das macht dann so viel Spaß, dass man gleich danach zu Indiemusik weitertanzen muss. Schlafen können wir im Winter.