Dieser Sommer wird empfindsam Teil 1: Hymns From Nineveh
Wer sagt denn, das sich der Sommer durch dauerfröhliche, laute Mitsingschlager auszeichnen soll? Viel entspanner ist es doch, in der sich endlos hinziehenden Dämmerung auf dem Balkon oder im Park zu sitzen und den ganz leisen Tönen zu lauschen. Sanften, nachdenklichen Songs, mit einer gewissen Wehmut plus dem Wissen um unvermeidliche Vergänglichkeit. Empfindsamen Träumereien. Die sich leerende Stadt kurz nach Ferienbeginn zu genießen.
Starten wir doch eine kleine Serie mit Entdeckungen der leisen Art, die den Soundtrack der kommenden langen Tage bilden können.
Aus Dänemark kommt der Singer-Songwriter Jonas Petersen, der als Musiker unter dem Namen Hymns From Nineveh unterwegs ist. Seine Songs bezeichnet er sehr treffend als »Devotional Folkpop«. Sufjan Stevens hat hier wohlwollend Pate gestanden. Wie bei so vielen aufstrebenden Nachwuchskünstlern. Gitarre, Stimme, zurückhaltende Arrangements. Was Jonas Petersen aus der Masse der Nachahmer heraushebt, sind Intensität und das Talent, Herzen zu rühren. Aus Neugier bei myspace reingehört. Hängengeblieben, was ungewöhnlich ist.
»If I fade then it´s ok. To break in two. Break in two. If I am breaking into you«, singt Petersen auf dem vielleicht schönsten Song »Cocoon«. Den kann man immer wieder hören, so emotional berührend und dicht und unwiderstehlich ist der.
Von Hymns From Nineveh gibt es noch nicht einmal ein Debütalbum. Soll kommen auf Good Tape Records. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Jonas Petersen hat vier seiner schönsten Demosongs zum freien Download auf seine myspace-Seite gestellt. Am besten in der Dämmerung zu genießen. Wunderbar.
Kleine Blick nach vorn: Der zweite empfindsame Künstler, der den ruhigen Summer-Soundtrack 2008 prägt, kommt aus Island.
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