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Foto nordische Landschaft

19. November 2008

Isgaard und Stefan Erdmann im Gespräch

Auf der »Horizont«-Reisemesse in Karlsruhe – Gastland Island – präsentierte Stefan Erdmann täglich einmal kurze Ausschnitte aus seinem Film »ISLAND 63° 66° N«. Am Samstag, 15. November, gab es eine Besonderheit: Isgaard sang danach vier Lieder ihres aktuellen Albums »WOODEN HOUSES« live , darunter den Titeltrack und natürlich »Iceland«.

Nach Schreiben einiger Autogramme nahm sich das sympathische Duo Stefan / Isgaard samt Jens Lück (Produzent / Keyboarder / Schlagzeuger) Zeit, um über ihre Zusammenarbeit, Musik(Videos), große Gefühle – und natürlich über Island – zu plaudern.

Perfekte Symbiose

Isgaard und Stefan Erdmann kennen sich schon seit ihrer Jugend und blieben stets in Kontakt. Sie sind nicht nur Freunde, sondern arbeiten auch immer wieder zusammen: So hat der Münchner etliche Auftritte der gebürtigen Husumerin mit Videoclips untermalt, sowie zwei Musikvideos für sie produziert: »Earth Song« und »Dreams Will Never Die« (Isgaard featuring Galileo). Die Sängerin machte bereits bei den Videos die Erfahrung wie sehr Bild und Ton miteinander verschmelzen können: Derart, dass sie sich selbst gar nicht mehr wahrgenommen hat.

Diese perfekte Symbiose charakterisiert auch die Musik in »ISLAND 63° 66° N«. Die Einleitung des Films samt zugehöriger Musik Isgaards stand für Stefan Erdmann schon lange fest; die insgesamt 110 Minuten werden perfekt musikalisch ergänzt – häufig durch Kompositionen von Isgaard und Jens Lück. Stefan Erdmann: »Ohne die Musik der Beiden würde der Film nicht funktionieren – zumindest nicht für mich«.

Stefan Erdmanns Interesse für den Norden wurde bereits als Elfjähriger geweckt – sehr klischeehaft: durch einen Wikingerfilm. Im Laufe der Jahre informierte er sich immer mehr über Island, bis es 2001 endlich soweit war: »Schon im Landeanflug war ich gefesselt von der Insel. Ich bin neun Tage geblieben – und schwer beeindruckt abgereist«.

Schon beim ersten Besuch hatte er den Wunsch einen Film zu drehen, mit dem Vorsatz: »Ich will nicht einen Film über Island machen – ich will DEN Film machen«.

Einige Jahre später hatte er 300 Stunden Material… die er auf 110 (+30) Minuten reduzierte. Die endgültige Auswahl »war eine Quälerei«, seufzt Stefan Erdmann. Und fügt lächelnd hinzu: »Ich wählte aus, was für mich wichtig war – das war dann unbewusst doch die ganze Insel«.

»Der Film berührt die Leute«

Dagegen hat die Wahlhamburgerin Isgaard eigentlich gar keinen Bezug zu Island, trotz ihres Namens – zu dem sie eher zufällig kam: »Die Tochter des Zahnarztes meiner Mutter hieß Isgaard Andrea – und der Name Isgaard gefiel ihr«, erzählt sie lächelnd. »Tja, da gibt’s gar nichts zu schreiben«, ergänzt Jens Lück grinsend.

Dennoch haben Stefan Erdmanns Bilder und Isgaards Musik eine bedeutende Gemeinsamkeit: Sie berühren die Menschen. Das erlebt Isgaard bei ihren Auftritten, aber erfährt es auch durch emotionale Einträge in ihr Gästebuch. Jens bekommt heute noch Gänsehaut, wenn er sich an diese Zuschrift erinnert: »Ein Mädchen schrieb, dass es erst mit Isgaards Musik den Tod des Vaters verarbeitet hat«.

Ähnlich ergeht es Stefan Erdmann: »Der Film berührt die Leute. Die Leute öffnen sich unglaublich – genauso wie ich mich mit dem Film geöffnet habe«. Auch auf die Musik in »ISLAND 63° 66° N« reagieren die Menschen, sie sprechen immer wieder an, wie wunderbar Musik und Bilder zusammenpassen. Anders ausgedrückt: Die Kombination von Stefan Erdmanns Bilder und Isgaards Musik geben dem Film seine Seele.

Allerdings wandert Stefan Erdmann mit seinem Film auf einem schmalen Grat: Er zeigt Islands unberührte Natur – und lockt damit Touristen in die unberührte Natur. Immer mal wieder wurde er diesen Sommer während seines Islandaufenthalts erkannt und auch angesprochen. Seine Horrorvision: »Ich steh’ irgendwo im Hochland und mache gerade die Kameraaufnahme des Jahrhunderts, da klopft mir jemand auf die Schulter: ‘Du bist doch der Stefan Erdmann. Das war ein Superfilm.‘«

Zukunftsmusik

Auf die Frage: »Du hast gesagt ‘Er soll der beste und schönste Film über Island werden’ – wurde  er das?« lächelt Stefan Erdmann nur und sagt: »Das liegt nicht in meinem Ermessen«.

Ein eigenes Bild von »ISLAND 63° 66° N« kann sich jeder bei seinen Live-Filmvorträgen machen: Für das Frühjahr 2009 sind weitere Termine in Planung, eventuell auch gemeinsam mit Isgaard. Orte in Schleswig-Holstein, wie Kiel, Flensburg oder Hamburg bieten sich geradezu an.

… und finden bestimmt in einem angemessen(er)em Rahmen statt: Mit stimmiger Beleuchtung – und Besuchern die Isgaards Auftritt nicht zwischen Autogramm-von-einem-Koch-abholen und Vorträgen über Angeln / Nordic Walking schnell mal einschieben.

© Fotos: Stefan Erdmann / Isgaard

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