Home
Foto nordische Landschaft

12. Mai 2009

Gogoyoko: Sieht so die Zukunft des Musikgeschäfts aus?

Fair play in music. So lautet das Motto des von Gogoyoko. Einfach eine weitere Social-Networking-Plattform zum Thema Musik? Irgendwie nicht. Denn die Isländer wollen nichts weniger als eine Form der digitalen Demokratie schaffen. Das soll so funktionieren: Musikfans können Platten  oder Tracks ihrer bevorzugten Bands von den Künstlern selbst kaufen. gogoyokoDen Preis bestimmen die Künstler. Und trotz der Umsonst-Mentalität im Internet dürfen sich die Betreiber von Gogoyoko einige Hoffnungen machen, dass ihr Glaube an das Gute im Menschen berechtigt ist. Denn wer eine Band liebt, sieht ein, dass er sie für ihr kreatives Schaffen bezahlen muss. Und Fans geben ihr Geld ohne großes Geschrei aus, wenn sie ihre bevorzugten Musiker damit unterstützen. Der Erfolg von Radiohead, die ihr Album »IN RAINBOWS« über ihre Website verkauft haben, hat dies bereits hinreichend bewiesen.

Zu den isländischen Künstlern, die mit Gogoyoko zusammenarbeiten, gehören – wen wundert´s! – die üblichen, aufrechten Verdächtigen der Atlantikinsel: Sigur Rós (Foto), Ólafur Arnalds, Sin Fang Bous, Múm und Hjaltalín, umsigur nur einige aufzuzählen. Plus ein buntes, internationales Sammelsurium von Bands aus der großen weiten Welt des Indiepop. Mit einer derzeit noch eindeutigen Überzahl skandinavischer Bands.

Da Social-Web-Tools heute zum Guten Ton jedes Plattform- und Shopbetreibers gehören, können Musikfans auf Gogoyoko selbstverständlich per Streaming in ganze Alben reinhören, sich mit Gleichgesinnten austauschen, neue Musiktipps geliefert bekommen, sich über Konzerte und andere Veranstaltungen exklusiv auf dem Laufenden halten lassen und, nun kommts!: Gleichzeitig noch Gutmenschen sein. Denn ein Teil der Erlöse von Gogoyoko fließt in soziale Projekte. Schau Dir das mal an, lieber Josef Ackermann, und dann reden wir nochmal über Deine berühmten 25% Rendite pro Jahr!

Künstler und Labels können sich auf Gogoyoko ebenso vernetzen wie die User, versprechen die Isländer. Alle glücklich und zufrieden dann in der schönen, gerechten, neuen Musikwelt?

Am 1. Mai ist Gokoyoko offiziell mit einer großen Party in Reykjavik gestartet. Künstler, die sich beworben haben, erhielten Einladungscodes. Die Fans müssen sich noch ein wenig gedulden, können sich vorerst nur registieren und darauf hoffen, dass sie das neue Angebot bald auch aktiv nutzen können. Ein bisschen Geheimniskrämerei und Exklusivität haben noch nie geschadet. Wer sich aktuell auf dem Laufenden halten will, kann sich das Gogoyoko-Blog im Reader abspeichern und den positiven Nebeneffekt genießen, dass dort regelmäßig exklusive Videos von Gogoyoko-Künstlern eingestellt werden.