Hel(l) aktuell VIII: Tuska 2009, Freitag

Das letztjährige Tuska Line-Up – Slayer! Slayer! Slayer! – können die Organisatoren ohnehin nicht überbieten. Allerdings scheinen die Bands beim Tuska 2009 so unattraktiv für die Besucher zu wirken, dass das Helsinkier Open Air Festival im Kaisaniemi-Park nicht ausverkauft ist: Nicht nur einzelne Tagestickets, sogar 3-Tages-Tickets sind am Freitag noch zu haben. Das passierte seit Jahren nicht mehr.
Die größten Publikumsmagnete sind die Headliner: Immortal, Suicidal Tendencies, Volbeat – leider kein Vergleich zum Billing 2008. Auf dem Festivalgelände hat der Besucher am ersten Tag, bei Temperaturen Richtung 30°C-Marke, entsprechend viel Bewegungsfreiheit.
Gojira (F) haben die undankbare Aufgabe das Festival zu eröffnen. Dennoch ist es vor der Radio Rock Bühne einigermaßen voll und die Franzosen kommen bei ihrem zweiten Tuska-Besuch gut beim Publikum an.
Callisto (FIN)
Während auf der Inferno-Stage Tukkanuotta (FIN) der Menge – dem Bühnennamen entsprechend brutal, laut einheizen – und der Fronter im Kreis herumrast wie ein wild gewordener (Zoo)Tiger, zelebrieren Callisto (FIN) im Sue-Zelt Zeitlupenmetal der Extraklasse.
All That Remains (USA)

Der näxte Act auf der Radio Rock Bühne ist ein Vertreter der typischen Ami-Bands: All That Remains schütten eine großzügige Dosis »Fuck« in ihre Ansagen und knüppeln ihr Set durch.
Legion Of The Damned (NL)

Was für Haare! Ich komme mir vor wie bei einem Familientreffen von »It« (Addams Family). Extrem cooler Sound überdies. Absolut empfehlenswert. Etwas härter gebärden sich zeitgleich Rotten Sound (FIN): Volle Dröhnung beim Tuska.
Neurosis (USA)

Was ist das? Hypnose-Metal? Wieso ausgerechnet diese Band satte 75 Minuten spielt, wenn selbst die nachfolgenden Bands auf der Sue/Inferno-Bühne nur eine Stunde spielen, wissen die Götter – oder die Veranstalter.
Derartig in Lethargie versetzt, bin ich zu spät für den Fotograben bei den Sue-Stage-Headlinern Ensiferum (FIN). Die Truppe feiert hier ein fulminantes Heimspiel, und gibt eine Stunde Vollgas – einer Club-Show ebenbürtig. Dito prügeln die Inferno-Stage-Headliner Black Dahlia Murder (USA) ihr Set vor einer begeisterten Meute durch.
Immortal (N)
Die »wahren« Headliner Immortal haben sich in ihre alten Klamotten gequetscht, eine ordentliche Soundwand aufgebaut und alles gegeben: Feuerspucken und Pyroshow inklusive.
Damit ist der Freitag auch schon um – und hinterlässt einen irgendwie enttäuschenden Nachgeschmack. Trotz überzeugender Bands wie Immortal, Ensiferum, Callisto oder Legion Of The Damned.
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