Hel(l) aktuell X: Tuska 2009, Sonntag

…schon ist (nach Samstag und Freitag) der letzte Tuska-Tag – den dänischen Volbeat seidank noch mal mit (mindestens) einer verdammt guten Liveband. Diese werden in den einschlägigen Radiosendern übrigens seit langem heftigst beworben. Prognose: Vor der Bühne wird’s (endlich) richtig voll.
Den Anfang machen wie gewohnt finnische Bands. Während Medeia (FIN) im höllisch heißen Inferno-Zelt eine höllische Party feiern, stehen die Jungspunde Amoral auf der Sue-Stage.
Amoral (FIN)


Ich hab ganz vergessen, dass die kleine Göre (Ari Koivunen) Amorals neuer Fronter ist. Posen kann der Hungerhaken jedenfalls schon wie ‘n Großer. Von der peinlichen Performance des ehemaligen Idols-Gewinners abgesehen, sind Amoral nach wie vor gut. Trotz Ari.
Stam1na (FIN)


Oh, Stam1na haben einen neuen Visagisten – und neue Gitarrengurte. Rosa Gitarrengurte. Der passende rosa Hut des Gitarristen Pekka »Pexi« Olkkonen landete leider sofort im Publikum. Egal, spätestens beim exzessiven Headbangen wäre er ohnehin davon geschleudert worden. Für Fronter Antti »Hyrde« Hyyrynen wird zudem ein Schirm (nicht rosa – warum eigentlich nicht?) am Mikroständer befestigt. Möge er helfen.
Jep. Die Thrasher knallen den Hörern mal wieder ein fettes Brett vor den Latz. Auch bei meinem x-ten Stam1na Besuch find ich die Jungs wieder verteufelt gut – dito das Publikum: Es ist vor der Radio Rock-Bühne eindeutig voller als bei Suicidal Tendencies am Vortag.
Girugämesh (JAP)



Wow. Die kleinen Japaner auf der Inferno-Stage gehen mächtig ab. Girugämesh haben ein starkes Rhythmusduo an Bass und Schlagzeug – und der kleine Sänger faucht, röchelt gehörig.
Allerdings spielt das Quartett auch Songs, die klingen wie Micky Maus auf Speed im Programm. Egal: Das finnische Publikum fährt voll drauf ab. Eine wirklich erstaunliche Band.
In direkter Konkurrenz spielen Eluveitie (CH). Nicht mein Fall, aber die Schweizer treten definitv in einem gut gefüllten Sue-Zelt auf.
My Dying Bride (GB)


Oje. Prinz Valium und seine Freunde. Auf Album mag das noch angehen, aber am helllichten Tag auf einem Festival? Ist das einschläfernd. Auf dem Dynamo 1995 waren sie schon genauso.
Was ist jetzt los? Nach 45 Minuten drehen My Dying Bride tatsächlich voll auf, der Sänger tendiert nahezu in Richtung Black Metal. Sorry Jungs. Zu spät.
Mucc (JAP)

Nein. J-Rock Bands klingen nicht alle gleich – auch wenn alle gleich winzig sind. Girugämesh waren in jedem Fall besser. Der Mucc-Sänger sieht übrigens aus, wie eine japanische Ausgabe von Michael Monroe.
Volbeat (DK)


»Guitar Gangsters & Cadillac Blood«, yeah! Der am besten besuchte Gig. Zu recht. Die Country-Intro-Punk’n'Roller Volbeat preschen à la Social Distortion durchs Set.
Eine geile Liveband. Geile Stimme – auch beim Misfits Cover »Angelfuck« klingt Michael Poulsen gar nicht schlecht.
Ein versöhnliches Ende eines eher mauen Festivals. 28.000 Metalheads sollen das Open Air Festival binnen dieser drei Tage besucht haben – wie viele waren es 2008? Gut. Vergessen wir das.
Schauen wir nach vorne: Tuska 2010!
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