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Foto nordische Landschaft

21. August 2009

Ankkarock 2009, Samstag: »Kiitos means not male pussy!«

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Wer es am Samstag, 1. August 2009, auf das Gelände in Korso (Teil der Stadt Vantaa) geschafft  hat, muss noch weit(er)e Wege zurücklegen: Die Entfernung von der Puistolava zu den beiden anderen Bühnen ist ordentlich. Das Park-Gelände mit seinem kleinen Teich und schmalen Wasserläufen ist, gemessen an deutschen Festivalgeländen nett – gemessen an Finnischen allerdings nur im Mittelfeld.

Gerade noch rechtzeitig um die letzten Lieder Ensiferums (FIN) zu hören, erreiche ich die Puistolava (Parkbühne). Es ist um 15.15 Uhr nicht gerade voll vor der Bühne. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die erste Band bereits um 12.45 Uhr begann – die armen Jungs von Stam1na. Generell ist es auf dem ganzen Festivalgelände nicht sehr voll.

Ensiferum (FIN)
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Bei Maija Vilkkumaa (FIN) ändert sich das zumindest etwas, die Sängerin hat in ihrer Heimat eine gute Fanbase. Das Bühnengebaren der Finnin mutet allerdings etwas seltsam an: Sie hüpft wie ein Kind über die Korsolava.

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Und wer sich fragt(e), ob sie eigentlich etwas unter ihrer Tunika trug …die Antwort lautet: Ja.  Sie schob eben jene noch ein Stück höher und präsentierte dem Publikum ihre grüngemusterten Panties.

New York Dolls (USA)

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Nur 15 Minuten später starteten die New York Dolls (USA) am anderen Ende des Geländes.

Die Band ist seit Jahrzehnten Kult – man sieht’s: Gegen Fronter David Johansen wirkt Mick Jagger fast wie das blühende Leben.
Das einzig brandneue an der Band sind deren blitzend weißen Zähne. Diese präsentiert der strahlende Sänger auch gerne, ausgiebig bejubelt von den Fans. Zu Recht: Die Musik rockt und Johansen kann richtig gut singen.

Im Gegensatz zum Frontposer der Hardcore Superstar (S) auf der Rockbühne. Dessen Stimme ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Etwas kreischen, etwas grunzen, etwas jaulen. Oweia.
Auch wenn viele Zuschauer jubeln und klatschen, liegt der große Zulauf weniger am begnadeten Können, sondern vermutlich eher daran, dass zeitgleich keine andere Band spielt: Erst eine Viertelstunde vor Ende beginnen CMX (FIN). Am anderen Ende.

Hardcore Superstar (S)
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Da bleib ich lieber um die Ecke sitzen und warte auf Turbonegro (N). Mal wieder.
Fronter Hank van Helvete gelingt es dennoch, keine Ansagen zu wiederholen. »All My Friends Are Dead« eröffnet die Party. Nach diesem Song bedankt er sich artig mit einem »Kiitos«, und ergänzt mit einem Seitenblick auf Happy Tom: »Kiitos means ‘thank you’ Happy Tom. Not ‘male pussy’ as you said. «

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Das »RETOX«-Cover bildete zwar das Bühnenbild, aber statt das Album runterzududeln, konzentrieren sich die Norweger – wo  ist eigentlich Keyboarder Pål Pot Pamparius abgeblieben? – auf die guten, alten Werke. Sie spielen diverse Kulthits vom Überalbum »APOCALYPSE DUDES« (»The Age of Pamparius«, »Selfdestructo Bust«, »Get It On«, »Rendezvous With Anus«, »Back To Dungaree High«, »Are You Ready (For Some Darkness)«) sowie natürlich den Klassiker »Denim Demon« von »ASS COBRA«.

Sie streifen auch »SCANDINAVIAN LEATHER« (»Turbonegro Must Be Destroyed«, »Ride With Us«) und »PARTY ANIMALS« (»City Of Satan«, »Wasted Again«), immer wieder durch Hanks legendäre politisch unkorrekte Ansagen unterbrochen, etwa mit Blick auf die Rollstuhlplattform: »Ah, you are VIHs: Very Important Handicappeds.«

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Zur einkalkulierten Zugabe ließen sich die Nordmänner lange bitten, spielten in der regulär kalkulierten Spielzeit dann endlich »I Got Erection«. Leider verzichten sie auf »Sell Your Body«; sie hätten meinetwegen stattdessen »Fuck The World (F.T.W.)« weglassen können. Dennoch: 75 Minuten großer Spaß. Danke Turbonegro: Ihr habt den Tag gerettet.

Wieder ein Fußmarsch ans andere Ende, dort spielen Egotrippi (FIN) auf der Parkbühne. So gerne ich deren Album »MAAILMANLOPPUA ODOTELLESSA« auch mag, so musikalisch gut sie live auch sind …auf einem Rockfestival kann ich mich mit der Band einfach nicht anfreunden.

Also wieder zurück zur Rockbühne, wo gerade die Tagesheadliner Dragonforce (GB) rumkaspern: Die Jungs aus Großbritannien hampeln nicht nur wie Clowns über die Bühne – der Keyboarder sieht obendrein so aus.  Die Power Metaler und ihre Fans haben viel Spaß, schwingen vereint die wallend(st)en Mähne.

Dragonforce (GB)

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Nun, Spannung. Die (vorläufig nur für ein paar Shows) wiedervereinten Tehosekoitin (FIN) headlinen die Korsolava. Die Stücke sind alte Bekannte – von »Fiksu Ja Kypsä« bis »Valonkantaja« – neu dagegen sind der Keyboarder/Organist auf der Bühne sowie der partiell eingesetzte Akustikgitarrist. Die Menge bricht sofort in wilde Tanzerei aus, so dass Sänger Otto meint: »Wir müssen mehr Tanzlieder spielen! « … und ich meine Kamera besser eingepackt lasse.

Den richtigen Rhythmus hat auch die Cavalera Conspiracy (BRA/F/USA), bei denen im Schlagzeugspiel eindeutig der brasilianische Anteil durchbricht. Die Truppe ist gut, kann mich aber ebenso wie Soulfly nicht so überzeugen, wies es Sepultura anno dazumal konnten.

Wer nicht in der Masse untergehen will, macht sich vor Konzert-Ende auf den Weg zum Bahnhof. Der erste Ordner am Ausgang reduziert den Andrang zusätzlich, indem er die Leute in die falsche Richtung schickt. Jene die trotzdem noch rechtzeitig am Bahnhof ankommen, haben sich zu früh gefreut: Die dort stehende Ordnungskräfte lassen einfach nicht alle zu den Gleisen hoch. Erst als der Zug nach Helsinki weg ist, dürfen die circa 25 Wartenden weiter – als ob es auf die paar Leute bei zig Waggons angekommen wäre. Also, 20 Minuten warten. Dankeschön. Das näxte reguläre Vehikel (von Sonderzügen keine Spur), hat noch jede Menge leere Sitz(!)Plätze – vermutlich werden die entsprechenden Passagiere einen Stock tiefer zurückgehalten.

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