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Foto nordische Landschaft

29. Oktober 2009

Hardcore Superstar im Karlsruher Substage

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Im Karlsruher Substage werden am heutigen Dienstag, 27. Oktober 2009, Schwedenhappen serviert: Als Vorspeise gibt es Avatar aus Göteborg – die live genauso klingen wie auf ihrer MySpace-Seite: Schaurig. Oder positiv ausgedrückt: Noch lernfähig. Schließlich sind die Jungs erst Anfang 20 und bieten dem weiblichen Teil des Publikums wenigstens was fürs Auge.

p09_hs04Bald ist der halbstündige Auftritt vorbei und die 400 Besucher positionieren sich schon mal strategisch günstig für Hardcore Superstar – oder pilgern an den Tresen / raus zum Rauchen. Zeit genug dafür haben sie jedenfalls, denn das Hauptgericht wird erst um 22 Uhr aufgetischt.

Endlich ist es soweit, die Umbaupausen-Musik verklingt, Nebel zischt. Obwohl der Club für einen Dienstag gut gefüllt ist und die Mehrheit die meisten Texte mitsingen kann, habe ich selten viel Platz im Fotograben. So kann ich aus näxter Nähe den taktischen Riss an der Innenseite von Fronter Joakim »Jocke« Bergs Jeans bewundern – kurz vorm linken Ei. Vermutlich hängt deswegen der »besternte Lappen« davor.

Zur Musik: Das Intro »This Worm’s For Ennio« beginnt wie auf dem aktuellen Studioalbum »BEG FOR IT«, überhaupt klingt das Quartett live fast wie auf den Alben. Zu einer Mixtur aus Sleazerock und Metal kräht der Fronter krächzig ins Mikro; absolut markant – muss man aber mögen. Dabei gefällt er in den flüchtigen, klar gesungenen Momentchen durchaus. Zudem haben Jocke und Gitarrist Vic Zino mächtig Spaß am Posen, so unterstützt der Fronter Vic öfters an der Luftgitarre – und der Menge gefällt’s. Bassist Martin Sandvick und Schlagzeuger Magnus »Adde« Andreasson halten sich dagegen vornehm zurück. Das Quartett rührt mit Songs wie dem Titeltrack und »Into Debauchery« natürlich ordentlich die Werbetrommel für die aktuelle Scheibe, bringt aber auch einige alte Klassiker wie »Wild Boys«.

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Absolut positiv ist, dass die Schweden fast durchspielen, und das Set nur durch wenig Gelaber unterbrechen – davon bin ich ohnehin kein Freund, außer es reicht an die Aussprüche bei Turbonegro heran. Einzig das beeindruckende Duscherlebnis auf der Tour mit Mötley Crüe benutzt Jocke für seine Ansage: »Ich ging nach dem Gig duschen – wie ich’s immer mache« (Gelächter im Publikum) »plötzlich kam eine Person. Da sah ich: Es war Nikki Sixx und ich dachte ’scheiße, ich stehe hier völlig nackt. Doch what the fuck: Eegal. Dann meinte er: Ich mag eueren Song ‘She’s Offbeat’«. Nach der obligatorischen Frage, ob die Anwesenden ihn auch mögen, spielt ihn die Truppe natürlich.

p09_hs02Ansonsten gibt’s viel »Are you having a good time?« und »I can’t hear you!«-Ansagen, die aber fast überflüssig sind; schließlich singt das Publikum fast konstant mit, klatscht und wedelt mit den Armen wie es sich jede Band nur wünschen kann. Etwas irritierend wirken die seltsamen Pausen zwischendurch, bei denen die Band (teilweise) von der Bühne verschwindet; die letzte machen sie vor den pflichtmäßigen Zugaben, zu denen auch »We Don’t Celebrate Sundays« gehört.

Da Jocke ankündigte, Hardcore Superstar werden »in ein paar Minuten« zum Merchandising-Stand kommen und Autogramme schreiben, harren doch einige Besucher aus …deutlich länger als ein paar Minuten. Doch dafür dürfen sie sich mit diversen Bandmitgliedern ablichten lassen.

Ein voller Erfolg also? Für Fans der Band definitiv. Wer allerdings mit dem krächzenden Krähen Jockes nichts anfangen kann, der sagt sich: Kann man gesehen haben – muss man aber nicht.

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