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Foto nordische Landschaft

14. November 2009

The Kissaway Trail: Schade, nur die Vorband

Nichts für ungut, liebe Musiker von Passion Pit. Aber euretwegen würde ich mich nicht auf den Weg zum Konzert machen. Sondern wegen eurer Vorband, den wunderbar aufmüpfig-innovativen Dänen von The Kissaway Trail, von denen bedauerlicherweise in letzter Zeit sehr wenig zu hören war. Nachdem ihr selbstbetiteltes Album 2007 unter meinen skandinavischen Lieblingsplatten des Jahres war und das Video zum La La-Song hoch in der Gunst stand und steht, war leider lange Funkstille. Bis jetzt. Jetzt tauchen die selbstironischen, fröhlichen, verspielten Indiepopper plötzlich als Vorband der US-Boys wieder aus der kissaVersenkung auf und wollen sich so langsam wieder ins Gedächtnis bringen, so scheints. Und endlich, endlich, für 2010 wird ein neues Album angekündigt. »SLEEP MOUNTAIN wird es heißen (ein sehr kissaway´scher Titel, in der Tat!) und im Frühjahr 2010 erscheinen. Vorfreude! Produzent ist Peter Katis, der schon für Tiger Lou und Interpol aktiv war.

Die aktuelle Tour mit Passion Pit zeigt mal wieder,  dass alle Bemühungen von Roland Koch, den Frankfurter Raum als Metropolregion zu etablieren, zumindest musikalisch ins Leere laufen. Kommen wirklich angesagte  internationale Acts nach Deutschland, dann heißen die vier obligatorischen Tourstationen Berlin, Hamburg, München und Köln. Frankfurt guckt dumm zu. Wie so oft. Vielleicht hat sich ja in Musikerkreisen auch schon herumgesprochen, dass das Publikum in der Bankenstadt legendär stoffelig ist. Die Österreicher von Ja, Panik fragten letztens beim Konzert im Frankfurter Mousonturm nach ihrem Song »Wien, Du bist ein Taschenmesser«, das Publikum, wie es die eigene Stadt in einem Wort charakterisieren würde. Seufzen, dumpfes Schweigen. »Schlaftablette!« bringt es endlich jemand zur allgemeinen Erheiterung auf den Punkt. So weit zum Frankfurter Selbsthass! Liebe Kissaway Trails, traut euch bitte trotzdem im kommenden Jahr plus neuem Album ins Hessische! Euer Fan hier hat heute geschwächelt und ist bei Dauerregen nicht zweihundert Kilometer nach Köln gefahren, um euch eine halbe Stunde als Vorband zu hören.

Das Foto hat Eva-Louise Nielsen gemacht.