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Foto nordische Landschaft

18. November 2009

Solander: Schön traurig für die nassen blauen Stunden

Es regnet. Ununterbrochen. Es will den ganzen Tag nicht hell werden und die Feuchtigkeit dringt irgendwie überall durch. Man muss sich wärmen an solchen Tagen. Und nicht nur mit Kräutertee. Sondern mit Musik. Ein blasser junger Mann aus Malmö hilft dabei ungemein.

Fredrik Karlsson aus Malmö ist einer dieser nachdenklichen Beobachter, die zur Verarbeitung der eigenen inneren Befindlichkeiten zur Klampfe greifen. Solander nennt er sein Soloprojekt, mit dem er vor wenigen Wochen das Debüt »SINCE WE ARE PIGEONS« vorgelegt hat. Sanfter Folkpop mit eigenwilligem Eigenleben. Von dieser untergründigen Traurigkeit, die so sehr sehnsüchtig schmerzt, dass es schon fast wieder wunderbar ist. Kleine Miniaturen, Momentaufnahmen, beiläufige Beantwortung grundlegender Fragen. Beim vielleicht schönsten Song »St. Michael« geht es darum, wie man Dinge verarbeiten soll. Einfache Fragen. Einfache Antworten? Zur Unterstützung hat sich der Einzelgänger für die Aufnahme seiner Freunde von Scraps Of Tape und Audrey mit an Bord geholt.

Beim Konzert im Frankfurter Ponyhof letztens verschwand Herr Karlsson fast unter seiner roten Baseballmütze, was der Qualität der Songs gottseidank keinen Abbruch tat. solanderNur den Song, der das schöne Zitat mit dem Fleet Foxes-Konzert enthält, den haben er und seine Tourmusiker an diesem Abend nicht gespielt. Noch nicht geprobt gemeinsam, wie der Musiker hinterher erklärt hat. Da Solander Anfang Dezember nochmal auf kurze Deutschland- und Schweiz-Tour komme, besteht Hoffnung, dass sie ihr Repertoire bis dahin leicht erweitert haben. Ob so oder so: Wer leicht friert und ansonsten sowieso ein naiv-sentimentales Popherz hat: Hingehen!