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Foto nordische Landschaft

17. Dezember 2009

Frank Keil von nordische-musik.de im Interview auf Radio Schwankungen

Unser Kollege Frank Keil von www.nordische-musik.de wurde im Rahmen des Kunst- und Musikfestivals »folk-artNOW! #3 mare balticum« am Freitag, 27. November 2009, in Bremen interviewt – wir berichteten.

Das Interview wird am kommenden Samstag, 19. Dezember 2009, von 16 bis 17 Uhr auf Radio Schwankungen (UKW Bremen 92,5) gesendet. Kurz danach ist es als Podcast über die Website des Radios unter »Folk Art Radio #3 VIER« abrufbar.

17. Dezember 2009

Hafdís Huld oder: Wir glauben jetzt an Elfen

Immer wenn es um Island-Klischees geht, dann tauchen sie auf, diese Geschichten: Dass eine Straße wegen der Elfen, Kobolde oder sonstiger Fabelwesen nicht gebaut werden ann. Oder ein riesiger Umweg gemacht werden musste, damit diese kleinen Leute weiter in Frieden leben können.

Seit wir Hafdís Huld gesehen haben, glauben wir unbenommen, dass es in Island Elfen gibt. Und Kobolde sowieso. Die isländische Sängerin, die schon als 15jährige mit den isländischen Elektronik-Ikonen GusGus durch die Welt tourte, hadfis4hat sich selbständig gemacht. Hat in Island bereits ihr zweites Solo-Album vorgelegt. In dem sie eine sehr eigene Mischung aus poppiger Verspieltheit, verschrobener Eigenwilligkeit, widerborstiger Zickigkeit und mädchenhafter Verspieltheit zelebriert. Mit einer Stimme mit hohem Wiedererkennungswert.

Bei ihrem Konzert im Frankfurter Ponyhof sammeln Hafdís und ihr musikalischer Begleiter Alisdair Wright  schon mal Pluspunkte dadurch, dass sie sich respektvoll und neugierig die lokale Vorband anhören, deren Name mir leider wegen extensiven Schwatzens mit dem Hafdís-Tourpromoter und dem Clubbetreiber entfallen ist. Sorry!

Hafdís Huld herself entpuppt sich als ein Zwitterwesen zwischen Kobold und Elfe. Kaum einen Meter fünfzig groß, rotbestrumpft, kurzberockt, witzig und launig. hafdis-3Nur von ihrem Gitarristen begleitet, spielt sie das wunderbarste Mädchen-Melodram. Mit großer Stimme, mit großem Herzen, mit Spaß an der Absonderlichkeit und dem lustvollen Erzählen von Anekdoten. Wobei sie ihren isländischen Akzent mit dem rollenden Rrrrrs mit Hingabe pflegt. Und das Frankfurter Publikum mit Leichtigkeit um den Finger wickelt, weil sie so neugierig war, die lokale Spezialität Kartoffeln mit grüner Soße auszuprobieren. Goethes Leibgericht! Nicht unbedingt affin zum Reykjaviker  Geschmack.

Es wird ein Abend, an dem viel geschwärmt wird. Hafdís wird angeschwärmt. Und es wird viel gelacht und es wird schon fast geschunkelt, weil es sich zu den garstigen Texten so schön liebhaben lässt. Und fast zum Schluss, man mag es kaum glauben, kriegt man noch Gänsehaut: Dann nämlich, wenn Hafdís Huld es tatsächlich schafft, dem abgenudelten Sam-Brown-Klassiker »Stop« ihre ganz eigene Interpretation abzuringen. Wir staunen. Aber für eine Elfe vielleicht eine Kleinigkeit?

Foto: Betrand Bosredon und Jason Sheldon