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Foto nordische Landschaft

04. Dezember 2009

Vuk oder: Hoch lebe das Hinterland

Ein Harmonium auf der Bühne! Wo sind wir denn hier? Auf einer christlichen Erweckungsveranstaltung? Weit gefehlt! Eher auf kreativen Abwegen, auf die man gerät, wenn man sich im Hinterland tummelt. Vuk, das Projekt der US-finnischen Künstlerin Emily Cheeger, spielt mit Hinterland-Stereotypen. Von den kauzigen, merkwürdigen, leicht beänstigenden Sonderlingen. An diesem Abend im Heidelberger Karlstorbahnhof regnet es draußen unangenehm, der Wind schlägt aus dem Hinterhalt zu und die wenigen Besucher kauern auf Stühlen, aufmerksam zuhörend. vuk1Ein Wetter, das unerwartete Kapriolen schlägt, so wie die Band: Emily, ihre Pianistin Loupine und der famose Schlagzeuger Janne Lastumäki, sonst aktiv bei den Nekropoppern Sister Flo, die im Übrigen mit »AU« gerade ein Album herausgebracht haben, das es mit Sicherheit weit nach vorne in meine Jahres-Charts schaffen wird.

Aber heute abend: Vuk. Die schüchtern scheinen. Die vielleicht noch den Schock verdauen, dass zu ihrem Konzert am Vortag in Frankfurt eine einzige Besucherin auftaucht: Die Verfasserin dieser Zeilen. Eine Emily, den Tränen nahe, auf den Stufen des Ponyhof kauernd, eine Loupine, die sie tröstend umarmt. Die für die einzige Besucherin tatsächlich spielen wollen. Was der Besucherin so peinlich ist, dass sie dankend ablehnt, die Frankfurter Kulturbanausen ein weiteres Mal verflucht und verspricht, am nächsten Abend nach Heidelberg zu kommen.

Emily Cheeger hat, so die Fama, eine Zeitlang damit geflirtet, Opernsängerin werden zu wollen. War aber wohl zu langweilig im Establishment. Da hat sich die Musikerin bewusst auf die Seite der Sonderlinge geschlagen. Erzählt brüchige, abstruse Geschichten, die Angst einjagen können. Holt sich die Inspiration aus all den Hinterländern, die verdächtig scheinen: Aus dem tiefen Süden, aus dem Balkan, von den Zigeunern,  aus den Sümpfen, aus den tiefsten Dickichten der Wälder. Transformiert all diese Einflüsse, ist Hexe, ist Femme Fatale,  ist Bänkelsängerin, ist Diseuse, ist Experimentalistin. Zelebriert ihre eigene Erweckungsveranstaltung, das Hackbrett kunstvoll traktierend. Schreiend, flüsternd, mysteriös andeutend, das Publikum auf Abwege führend. Immer tiefer, tiefer in den Wald hinein. vuk2

Wir folgen ihr mit klopfendem Herzen und empfehlen allen echten Sonderlingen dieser Welt ihr zweites Album »THE PLAINS«. Und fordern eine Zugabe, der Emily mit den Worten nachkommt: »Ich spiele euch einen Song, der noch nicht fertig ist, der sich noch entwickelt, von dem ich selbst nicht genau weiß, in welche Richtung er gehen wird. Aber das hängt auch davon ab, wie das Publikum reagiert”. Das lauscht. Überrascht, in den Bann gezogen. Fast schon atemlos.

Foto: Jussi Puikkonen, Album Cover Art: Rasmus Nora, graphic design by Jussi Karjalainen.

03. Dezember 2009

Weihnachtsgeschenke gesucht?

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Wer noch verzweifelt Weihnachtsgeschenke für Freunde von Musik, Norden oder nordischer Musik sucht – wie wär’s damit:

Verschenkt doch die »Promised Land Of Heavy Metal«-DVD, ein Ticket fürs Dúné-Konzert, einen der Island-Filme von Stefan Erdmann, ein »Early Bird Ticket« fürs Reeperbahnfestival, einen Gutschein für die neue Lapko-Scheibe oder ein anderes, gutes Album voll nordischer Musik. Oder weihnachtlicher nordischer Musik.

© Fotos: Kimmo Kuusniemi & Tanja Katinka Karttunen, Reeperbahn Festival

01. Dezember 2009

Finnland: »Promised Land Of Heavy Metal«

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Metal-Messen in Kirchen, freier Eintritt für die Generation 65+ beim Tuska-Festival, Metal via Radio in öffentlichen Bussen: In Finnland, dem »PROMISED LAND OF HEAVY METAL« ist Metal Mainstream. Warum? Die Filmemacher Kimmo Kuusniemi und Tanja Katinka Karttunen machen sich auf die Suche nach Antworten.

Die Dokumentation der beiden in Großbritannien lebenden Finnen (Ex-Sarcofagus) zeigt die Geschichte und Philosophie des Heavy Metal, von den Anfängen im heimischen Untergrund bis zu den heutigen »Exportschlagern« wie Nightwish. Dabei kommen nicht nur bekannte finnische Musiker wie Marco Hietala (Nightwish, Tarot), Ville Valo (HIM) oder Mr. Lordi (Lordi) zu Wort, sondern auch ein Psychiater, ein Theologe – und Tarja Halonen. Ja, richtig gelesen: Die finnische Präsidentin Tarja Halonen.

Lest die komplette Rezension hier.

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