Dúné im Karlsruher Substage: Ich bin enttäuscht…

Ich bin enttäuscht, dass nur 200 Leute ihren Weg zu Dúné ins Karlsruher Substage finden – und außerdem erst nach dem halben Set richtig auftauen. Glücklicherweise lassen sich die Dänen davon nur minimal beirren: Sänger Mattias Kolstrup schlüpft erst nach drei Vierteln des regulären Sets aus seiner Jacke.
Doch von Anfang an: Nach dem langsamen ersten Stück »Time To Leave« zieht das Synthie-Rock-Septett via »Heat«, »A Blast Beat« und »Bloodlines« langsam das Tempo an, wirbelt kurz darauf wie gewohnt über die Bühne: Mattias widmet sich dem Publikum, während Keyboarderin, Gitarristin, Mitsängerin Cecilie »Cille« Dyrberg tänzelt und Keyboarder Ole Bjørn Sørensen und Gitarrist Danny Jungslund sich klischeehaft in Rockstarposen suhlen.

Wem das Gepose der beiden Letztgenannten zuviel wird, der lasse sein Auge am besten auf dem soliden Rückgrat der Truppe ruhen: Auf Bassist Piotrek Wasilewski, Schlagzeuger Malte Aarup-Sørensen oder Gitarrist Simon Troelsgaard, der die Bühne des niedrigen Unterführungsclubs fast bis zur Decke ausfüllt.
So langsam bewegt sich endlich der größere Teil des Publikums zur minimal veränderten Setlist: »Repeat It« und »Memories« von der Herbsttour 2009 werden gegen »No Speed« und »Stages« ausgetauscht.
Spätestens seit der »Final Party Of The 21st Century« feiern die 200 Leutchen richtig mit; der fernab der Bühne so zurückhaltende Fronter hat den Club vollständig in der Hand: Von »alle hinsetzen« bis zu diversen Singspielchen in verschiedenen Gruppen macht die Menge nun alles mit.

Die Zeit vergeht wie im Flug, schon leitet Mattias mit »Unser letztes Lied. Verdammt scheiße!« den finalen Song des regulären Sets ein: »To Metroplis«. Die Band geht von der Bühne.
Klatschen, unkoordinierte Rufe, irgendwann vereinen sich die Besucher doch zu einem einzigen »Zugabe«-Schrei, der Sänger kehrt zurück und greift zum Mikro: »Surprisingly we’re back«, lautet die ironische Ansage, die gefolgt von »You brought us back«, die erste Zugabe »Bring Me Back« ankündigt.

Nach einer Stunde und 40 Minuten, nach »80 Years« und »Go Go Valentina« ist das Spektakel endgültig vorbei. Cille rührt noch kurz mit einem »Psst. Auf Deutsch. Das ist schwierig!« die Werbetrommel: »Wir haben da hinten ein Merchandising-Stand, da gibt es viele tolle Sachen. If I wasn’t in the band, I would buy it!«.
Nicht alle Bandmitglieder lassen sich später für Fotos und Autogramme am Merchandising-Stand blicken, gemäß dem Motto »nur die kleine Belegschaft, für die kleinen Clubs« – das Wort »Provinz« liegt mir auf der Zunge.
Zum Glück war ich 2009 bei Dúné in Stuttgart.
PS: Bremen soll gut gewesen sein – war jemand da?
Fotos © natte
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1 Kommentare
1. Miriam schrieb am 01. Februar 2010 um 20:11
ICH ICH ICH war in Bremen. Und ich habe die 3 “ich”s jetzt groß geschrieben, weil es so großartig war. Der Club war picke-packe voll und alle, von der ersten bis zur letzte Reihe, haben gewusst, wie man ordentlich zu Dúné abfeiert. Es war mega-heiß, die Stimmung war wirklich ausgelassen und auch die Band war richtig gut drauf. Vom Ablauf her war natürlich alles ähnlich wie in Karlsruhe, aber im vollen Club läuft wahrscheinlich vieles besser – die Masse schaukelt sich gegenseitig hoch – und genauso verhielt es sich auch mit der Band. Die gaben mehr Gas – wir gaben mehr Gas. Du merkst, Bremen war wirklich wirklich gut.
Wer da noch so am Merchandise-Stand erschien weiß ich leider nicht, da er etwas abseits in einem kleinen Nebenraum war habe ich mir das nicht angetan. In Braunschweig 2 Tage zuvor waren jedenfalls bis auf Malte alle brav zum Autigramme geben und Fotos machen erschienen.Aber Malte drückt sich da glaube ich meistens drum.
In Bremen war jedenfalls hinterher noch Party – mit der Band! Piotrek hat ab halb 1 Musik aufgelegt und Mattias, Ole,Danny, Simon und sogar Malte haben entweder noch gedanced oder getrunken und Spaß gehabt. Als ich um halb 4 das Tower verlassen habe, waren einige von ihnen aber schon in den wohlverdienten Feierabend verschwunden.
Fazit: Geil! Nordisch halt ;)