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Foto nordische Landschaft

19. März 2010

Future Gravity: Ich geh doch nicht verloren

Es war einmal.  Eine kleine finnische Lieblingspopband mit dem wenig einprägsamen Namen Ultrasport, die zuerst als naive Träumer daherkamen und dann stetig frecher und am Schluss gar garstig wurden und Songs über die Wichtigkeit von nach Zigaretten schmeckenden Küssen oder die Auswirkungen schlechter Architektur auf das Liebesleben schrieben. Und dann war plötzlich alles vorbei und Ultrasport lösten sich auf.

So ganz verloren gehen Menschen und Musiker aber selten. Unvermittelt tauchen sie wieder auf,  so wie Juho Kosunen, der Ultrasport-Sänger mit der eigenwilligen, gewöhnungsbedürftigen Stimme. Der sich jetzt als Ein-Mann-Projekt mit dem Namen Future Gravity neu erfindet. Gut zu hören: Dass Kosunen seine Schrulligkeiten weiter pflegt, sicher immer noch gerne nachts die schönen Sterne beguckt (obwohl er das wohl nie öffentlich zugeben würde!) und eine charmante Unfertigkeit an den Tag legt. Genau die richtigen Voraussetzungen für pfiffigen, selbstironischen Gitarren-Nerdpop. Plus einer guten Dosis finnischer Zurückgenommenheit. Auf dem schwedischen Labrador-Label würde Herr Future Gravity niemals landen. Viel zu wenig selbstverliebt und glitzerstaubig. Fotos des Sängers sind nirgends zu finden, weder bei myspace noch bei Facebook. Bescheiden eben!

future1So ganz allein geht es dann als Solo-Mann doch nicht, und Kosunen hat eine beste Freundin, die seinem Herzen so nah ist wie eine kleine Schwester, und holla: Die Dame kann auch noch singen, denn es ist Päivi Kankaro, die Chanteuse der geistesverwandten Eigentümlichpopper TV-Resistori aus Turku. Das Duett »Sweet Libertine«, ist großes Kino ist und erzeugt trotzdem im Hintergrund eine wackelige, schepperige Trotzigkeit: Schön!

Wann und ob ein Album von Juho Kosunen herauskommen wird, steht noch in den eben zitierten Sternen, aber zumindest ist er am Arbeiten, der Grübler und Tüftler aus Helsinki. Möge die Schrulligkeit irgendwann die Weltherrschaft ergreifen!