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Foto nordische Landschaft

20. August 2010

Villa Nah: Synthiepathos für Fortgeschrittene

Irgendwie passiert gerade nicht so sonderlich viel in der finnischen Indiepopszene. Denkt man sich, wenn man durch die Plattenläden von Helsinki und Turku streift. Nun, nicht nichts, offenkundig. Aber angesichts des angeschlagenen Zustands der Weltmusikbranche und der Unberechenbarkeit musikalischer Moden ist die Angesagtsein-Karawane an Finnland vorbeigezogen. Skandinavischer Hype, das war einmal, vor einigen Jahren. Und tatsächlich ist es so, dass derzeit abseits von Metal und Hardrock kaum mehr ein Wort über neue finnische Popbands über die Ostsee Richtung Restwelt dringt.

Schlagen wir doch eine kleine Bresche ins Dickicht und starten eine kleine Serie über Bands, die im allgemeinen Getwitter und Geschnatter noch nicht sonderlich aufgefallen sind. Villa Nah zum Beispiel. Zwei Burschen aus Helsinki, Juho Paalosmaa und Tomi Hyyppä, die den 80ies-lastigen Synthiepop in Ehren halten, mit reichlich Pathos. Die üblichen verdächtigen Referenzen brauchen wir jetzt nicht zu nennen, die verstehen sich ohnehin von selbst. Aber das Duo, das sich nach einem Kindheits-Feriendomizil benannt hat, ist unerwartet geschmeidig und elegant (wie unfinnisch!), sehr urban und tanzbar, ironisch und verspielt, ausprobierend und lächelnd. Und hat auf dem diesjährigen Ruisrock-Festival positiven Eindruck hinterlassen. Im Herbst gehen Villa Nah auf Tour nach Großbritannien. Vielleicht hat sich bis Weihnachten auch hierzulande herumgesprochen, dass man hier die Ohren spitzen kann.

Villa Nah live with visuals by Synthetics from Synthetics on Vimeo.