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Foto nordische Landschaft

05. Oktober 2010

Chimes & Bells: Wir fallen ins Dunkle und dort ist es warm

Wen nimmt sich Elektronik-Mastermind Trentemøller in diesen Tagen mit auf Tour? Irgendwelche kleinen, pfiffigen Clubtüftler etwa? Nein. Ganz im Gegenteil: die Experimentalisten mit dem eigenwilligen Hang zu morbiden, sehr handgemachten, großen Gefühlen. Freakfolk trifft südliche Sümpfe und endlose nordische Wälder, trifft die geheimnisvolle Fremde, die auch eine böse Hexe sein könnte. Vielleicht hängen merkwürdige Früchte an diesen Bäumen. Wir wissen es nicht.

Chimes & Bells heißt die vielköpfige Truppe aus Kopenhagen rund um die Cellistin und Sängerin Cæcilie Trier (Foto). Die auf beunruhigende Weise so klingen, als ob The XX mit Under Byen durchgebrannt seien und danach ein paar Postrocker, Hinterwäldler und fromme Südstaatler und deren verrückten Onkel zum Abendessen am Lagerfeuer eingeladen hätten. Das klingt schräg, beunruhigend und auf eine überzeugende Weise folgerichtig. Keine Ahnung, wohin diese Reise gehen wird. Ausgang ungewiss. Aber Cæcilie Triers Stimme ist von dunkler Wärme, und das macht Mut. Und macht neugierig. Wo wollen Chimes & Bells hin? Vielleicht willen sie es selbst nicht. Und genau dies ist das eigentlich Aufregende.

Und man fragt sich allmählich klopfenden Herzens, was im Jahr 2010 im Staate Dänemark los ist. Wo derzeit eine kreative Aufbruchstimmung herrscht. Die wunderbaren Alcoholic Faith Mission, die aufmüpfigen Mimas, die eigenwillige Fallulah, um nur einige Beispiele zu nennen.

Zu Trentemøller sollte man unbedingt gehen. Chimes & Bells sind nur noch ein Grund mehr.

Brixton Sessions #003 – Chimes and Bells ‘Into Pieces of Wood’ from Blindeye | Films on Vimeo.