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Foto nordische Landschaft

12. Oktober 2010

Ach, wär ich doch Hermine: Iceland Airwaves 2010

Hermine, die Streberin aus den Harry-Potter-Romanen, hatte irgendwann im vierten Schuljahr die innovative Idee, via Zaubertricks an zwei Orten gleichzeitig zu sein. So kann Miss Besserwisser doch tatsächlich gleichzeitig Runologie und Geschichte der Zauberei studieren, wie fein!

Ach, Hermine, rück mal das Zauberinstrument heraus, damit wir uns am besten vierteilen können: Dieser Gedanke überfällt einem, wenn es an die persönliche Planung für die fünf Tage Iceland Airwaves 2010 geht. Das Festival in Reykjavik wartet in der diesjährigen Ausgabe mit Superlativen auf: Über 200 nationale und internationale Acts. Ausverkauft bereits drei Wochen vor dem Start. Einige neue Veranstaltungsorte in 101 Reykjavik sind dazugekommen. Das Allernetteste ist jedoch, dass die Off-Venue-Locations noch zahlreicher geworden sind. Das heißt: Noch mehr nachmittägliche akkustische und improvisierte Konzerte in Buchläden, Cafés, der Jugendherberge und erstmals auch in einem der zahlreichen öffentlichen Schwimmbäder der isländischen Hauptstadt. Morgen ab 18 Uhr hat man Gelegenheit, zur Musik des wunderbaren deutschen Elektronik-Pop-Duos Hundreds seine Bahnen zu ziehen. Ob die Bahnen wohl linealgerade ausfallen werden, ist zu bezweifeln. Man wird sich wohl eher wohlig im 30 Grad warmen Wasser treiben lassen…

Alleine die Planung für den morgigen Abend fällt schon schwer. Kimi Records haben ihren Labelabend und jede Menge unbekannte isländische Bands spielen. Die meisten sagen der Polarbloggerin gar nichts, aber Kimi Record bürgen für Qualität. Und natürlich treten auch die alten Recken Benni Hemm Hemm und Sin Fang Bous auf. Und das kollidiert irgendwie mit dem Gig von Nolo, den viel versprechenden isländischen Indierockern. Und den Rest der Woche werden die Entscheidungen noch schwieriger, weil die Konzertdichte zunimmt. Hermine, hilf!

Der famose britische Bloggerkollege Iceblah hat im Vorfeld von Airwaves 2010 bislang 17 Interviews mit isländischen Bands und anderen Islandbesessenen geführt und sie nach ihren besten Tipps für das Festival gefragt. Am Sympathischsten fielen die Empfehlungen der isländischen Jungspunde Of Monsters And Men aus, die jüngst den wichtigsten Nachwuchspreis auf der Insel gewonnen haben: Am besten, ihr nehmt Euch nicht zu viel vor, sondern lasst euch einfach treiben. Wird gemacht! Versprochen!

Iceland Airwaves from Gudjon Jonsson on Vimeo.