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Foto nordische Landschaft

20. Oktober 2010

The Aftermath: Iceland Airwaves & die ungehörten Bands

»Thank God its over«: So Lautet der erschöpfe Satz kollektiv befriedigten Ausgelaugtseins nach dem Iceland-Airwaves-Festival. Von den Machern des englischsprachigen Magazins Reykjavik Grapevine bis zum Musiker Olafúr Arnalds haben alles nur Eines: Ein intensives Schlafdefizit. Fünf Tage und Nächte. So viel zu entdecken. Gleichzeitig so viel zu verpassen. Das gehört dazu.

Am Airwaves-Sonntag erlahmen die Kräfte der Polarbloggerin, weil der Zubringerbus zum Flughafen am Montag um halb fünf in der Frühe geht. Weil selbst die Musiker kapitulieren. Am Havarí hängt ein handgeschriebener Zettel, dass das Konzert der isländischen Discorocker Fist Fokkers ausfällt, weil sich der Drummer die Hand gebrochen hat. Das ist zwar nicht so richtig lustig, aber die Havarí-Leute lachen trotzdem herzlich mit. In den überschaubaren Straßenzügen der isländischen Hauptstadt sieht man lauter Menschen mit glasigen Augen. So ist das eben nach vier Tagen Schlafentzug.

Deshalb ist es einfach, an diesem Abend im Hemmi & Valdi zu versacken. Mit Einheimischen und ausländischen Gästen zu plaudern. Nochmals festzustellen, dass der Singer-Songwriter Svavar Knútur ein Entertainer von hohen Gnaden ist. Bitte bald auf Deutschland auf Tour kommen, wir lachen doch so gerne, um Jane Austens Heldin Elizabeth Bennet zu zitieren.

Eine letzte Entdeckung gibt es an diesem Abend doch noch zu machen. Andvari pflegen den seelenerweichenden Indierock mit hohem emotionalem Intensitätsfaktor. Sängerin Myrra Rós Þrastardóttir ist der blondgefärbte Schmerzensengel, der Zeugnis ablegt von zahlreichen Verletzungen, aber die eigene Empfindsamkeit noch lange nicht verloren hat. Wir geben uns dem Ganzen wehrlos hin.

Der norwegische Singer-Songwriter Moddi hebt anschließend zum naiv-ernsthaften Seelenstriptease an und hört einfach nicht mehr auf mit seinen Bekenntnissen. Ehrlich gemeint. Irgendwie muss die sanfte und frische Atlantikluft frei nach The Waterboys einen befreienden Einfluss auf die inneren Beschränkungen haben. Vielleicht.

Von all den vielen Bands, die 2010 nicht gehört wurden, stellvertretend eine herausgreifen: Zach & Foes von den Faröer Inseln, der Folkrocker, der beim Samstagskonzert im Nordic House mit der Klampfe auf den Stuhl steigt, um noch ein bisschen intensiver zu klingen.

Iceland Airwaves, nächstes Jahr wieder? Was für eine Frage! Unbedingt!

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