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Foto nordische Landschaft

24. Oktober 2010

Nightsatan: Halloweengrüße aus Turku

Eine ziemlich lange Weile lang war vom kleinen finnischen Indielabel Solina Records rund um den Produzenten und Musiker Jori Sjöroos wenig zu hören, plötzlich sind heftige Aktivitäten zu vermelden: Dieser Tage erscheint mit »RELIEF« nicht nur das lange erwartete zweite Album der Turkuer Melodrama-Cinemascope-Popper Magenta Skycocde, sondern auch passend zu Halloween mit »MIDNIGHT LASER WARRIOR« das Debüt von Nightsatan. Und das ist nach erstem Reinhören ein großer ironischer Spaß zwischen Metal-Anleihen, Synthie-Overkill, schlechten US-Action-Fernsehserien aus den 80ern und einer Affenliebe zu John-Carpenter-Horror-Filmen. Das Trio aus Turku geht hier mit Gusto zur großen Geste zu Werke und hat an den überlebensgroß-markigen Tönen einen solchen Spaß, dass man dummdöselig dazu mit abtanzen möchte. Hoch lebe das Zitat und das Spielen mit (männlichen) Stereotypen!

Nightsatan kommen ohne Worte aus und lassen dafür lieber ihre Synthies sprechen. Zum Trio gehören einige der üblichen Verdächtigen aus dem überschaubaren musikalischen Universum der finnischen Hafenstadt, darunter Matti-Juhana Ikonen, der ansonsten bei den Twee-Poppern Daisy so tut, als würde er nur kuhäugig zu blicken und als könnte kein Wässerchen trüben. Achtung, dieser ach-so-sanfte Keyboarder hat seine Slayer-, Iron-Maiden- und Metallica-Platten wie Zusatzmunition im Regal stehen! Gleich neben Giorgio Moroder und Jan Hammer!

Dass beim Debüt von Nightsatan trotz aller scheinbar kindischen Anarchie Profis am Werk sind, dafür garantiert allein schon Produzent und Ober-Klangtüftler Jori Hulkkonen. Ein Synthie-Orchester zu dritt ist hier am Werk, heißt es in der knappen Beschreibung des Labels, was die die Sache schon ziemlich gut trifft. Trash auf hohes Niveau tranportiert. Unbedingt tanzbar. Die Aliens sind unter uns, keine Frage, und die Songs tragen schönen Namen wie »Satan From Hell« und »Steel Diamond«. Halloween kann kommen!