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Foto nordische Landschaft

07. Dezember 2010

Mein Zweitprojekt! The Kissaway Trail und Sugarplum Fairy

Irgendwie scheinen sie unterfordert, die Indiemusiker hier und dort und sonstewo. Haben ein Plus an kreativen Energien. Oder halten sich ein zweites Türchen offen, sollte es mit dem Erstprojekt nicht ganz wie erhofft klappen. Ein Zweitprojekt mit einem etwas variierten musikalischen Hintergrund ist doch wie das Sahnehäubchen im Lebenslauf: Nicht nur einseitig fixiert, sondern vielseitig interessiert! Macht interessant, so was! Heißt es.

Auffällig ist in diesen Tagen, dass sich die Soloprojekte der Frontfiguren mittelmäßig erfolgreicher Bands häufen. Von Sugarplum Fairy, den kleinen Brüdern von Mando Diao, hat man seit der Veröffentlichung des Albums »FIRST ROUND FIRST MINUTE« im Jahr 2008 nichts Weltbewegendes mehr vernommen. Gut, da gab es zwischendurch den Ausflug von Victor Norén ins Filmgeschäft beim Uschi-Obermaier-Biopic »Das Wilde Leben«, wo der Sänger den jungen Mick Jagger mimte, aber keinen bleibenden Eindruck hinterließ. Zeit, aktiv zu werden, mag sich der blonde Bruder Carl Norén gedacht haben, und hat sich flugs auf den Solotrip begeben. An den 60ern ist der junge Mann nach wie vor interessiert, aber nicht mehr als wilder Rocker, sondern als nachdenklicher, blues-inspirierter Songwriter in der Tradition des ganz jungen Dylan und des zahmeren Neil Young. Das ist gut gemeint, das klingt angemessen angenehm, aber irgendwie auch ein bisschen angestrengt. Den braven, gutherzigen Naturburschen nimmt man ihm noch nicht so ganz ab, aber das kann ja noch werden.

Zugegebenermaßen viel versprechender fällt dagegen das neue Soloprojekt von The Kissaway-Trail-Sänger Søren B. Corneliuss, aus der sich als Einzelkünstler den wenig einprägsamen Namen The Pine Cone Cheer verpasst hat. Die anarchisch-symphonische Indierockverspieltheit der Hauptband des Dänen ist hier etwas in den Hintergrund gerückt, dafür tritt das Romantisch-Verschwurbelte selbstbewusst in den Vordergrund. Die erste Single hat »What Had Fallen Would Be Raised« ist eine Fingerübung in nachdenklicher Nerd-Sehnsucht mit hohem Empfindsamkeitsfaktor. Durchaus tröstlich wärmend an kalten Dezemberabenden. Da The Kissaway Trail in diesem Jahr bereits mit einem neuen Album herausgekommen sind und ausführlich getourt haben, bleibt Herrn Corneliuss wohl über die kalten Wintertage ausreichend Muße, um seinen tastendominierten Träumereien nachzuhängen. Entspannt bei der Sache ist er jedenfalls, und und von Selbstverwirklichungszwang ist hier nichts zu spüren. Man kann offenkundig mehr als nur eine Sache mit Leidenschaft betreiben.

What Had Fallen Would Be Raised by thepineconecheer

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