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Foto nordische Landschaft

13. Februar 2011

Havarí, bitte bald wiederkommen!

Schlechte Nachrichten kommen dieser Tage aus Reykjavik: Das Havarí, die sympathische Anlaufstation für Musik- und Kunstfans mitten im Zentrum, hat bereits seit Ende Januar geschlossen. Das stets improvisiert wirkende Ladenlokal weicht einem neuen Hotel. Obwohl erst im September 2009 eröffnet, hat sich das Havarí besonders zu Zeiten des Iceland Airwaves Festival zu einem der inoffiziellen Haupttreffpunkte für Einheimische und Besucher entwickelt. Im vergangenen Jahr wurden hier schon am Vormittag Frühstückskonzerte veranstaltet. Einen guten (und bezahlbaren!) Kaffee gab es immer, einen netten Schwatz mit irgendwem meistens, und zwischendurch konnte man sich durch das sehr wohlsortierte Plattensortiment kramen, seine T-Shirt-Sammlung erweitern, die abgedrehte Ausstellung im hinteren Bereich begucken oder sich im Untergeschoss von experimentellen Videos unterhalten lassen.
Alles sehr lässig, sehr hemdsärmelig und sehr kreativ. Ursprünglich wurde das Havarí von der Online-Musiknetzwerk Gogoyoko und den Plattenlabels Kimi Records und Borgin gegründet. Anfang 2010 stiegen Gogoyoko und Borgin aus, und die Musiker Berglind Häsler, Svavar Pétur Eysteinsson und Baldvin Esra sprangen ein, die unter anderem in der Band Prinspólo spielen.

Ein bisschen Wehmut muss sein. Unvergessen die wunderbaren Airwaves-Konzerte in den vergangenen zwei Jahren, von den norwegischen Elektrospielkindern Casiokids bis zu Amiina (Foto) und den finsteren S.H. Draumur. Etwas zu entdecken gab es im Havarí immer.

Doch der Auszug aus der Austurstræti muss nicht das Ende bedeuten, lassen die Macher des Ladens tapfer wissen. Sie sind bereits auf der Suche nach einer neuen Location, und es sei ihnen damit viel Glück gewünscht. Dass sie bitte, bitte, spätestens bis zum Airwaves 2011 wieder zurück sind. Der Abschied wurde natürlich mit einem Konzert gefeiert, mit Prinspólo, keine Frage, und den bereits arrivierten Lokalheroen FM Belfast.

Prinspóló á lokatónleikum Havarí // Prinspóló performing at Havarí’s Apocalypse from havari on Vimeo.