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Foto nordische Landschaft

20. Februar 2011

By:Larm 2011: Your Headlights Are On, Casa Murilo, Burning God Little und Lars Wiik

Was man so alles verpasst, weil man diese Tage nicht in Oslo auf dem by:Larm-Festival ist, das heute abend zu Ende geht: Jede Menge entdeckenswerter Bands aus dem Gastgeberland des Spektakels, die man wohl auf absehbare Zeit in deutschen Konzertsälen nicht zu zu sehen und hören bekommt. Bleibt vorerst nur, sich auf der exzellent gemachten Hompage von by:Larm herumzutreiben und hier und dort reinzuhören und aufzuhorchen. Wie bei Your Headlights Are On aus Trondheim, einem Quintett, bei dem die Frauenquote in vorbildlicher Weise übererfüllt ist. Die Youngster pflegen den hysterischen, eigenwilligen, traumverloren-aggressiven und sehr unterkühlten Intellektuellen-Indienoisepop, der leicht retro klingt. Sperrige Querdenkerinnen von PJ Harvey über die frühe Nathalie Merchant bis zu Hazel O´Connor in Bestform stehen hier Patin und wachen ordentlich darüber, dass eine gebrochen-wütende Düsternis entsteht, die intelligent funkelt.

When We Collide by Your Headlights Are On

Britischer als die Briten geben sich Casa Murilo aus Oslo, die den infektuösen Indiepop auf so hingebungsvolle Weise pflegen, dass selbst die Housemartins neidisch werden könnten. Wer zu diesem ansteckend-animierten und leichtfüßigen, aber sehr energiegeladenen Gitarrenpiano-Spielkram nicht bis zum völligen Durchgeschwitzsein tanzt und lächelt, dem ist auf dieser Welt nicht mehr zu helfen. Das Debütalbum des Sextetts heißt LIFTING SHIPS und erscheint im März beim renommierten Spoon Train-Label.

Casa Murilo – Show Some Restraint from iD. on Vimeo.

Euphorisierenden, aber eigentümlichen Elektronik-Dancepop hat sich ein junger Mensch aus Oslo namens Martin Hartgen auf sein Banner geschrieben, das er mit stolzem Blick vor sich herträgt. Sein Projekt hat er auf den sperrigen Namen Burning God Little getauft. Hmm. Das klingt beim ersten Hineinhören sehr luftig und trotzdem ansteckend und unerwartet fröhlich. Der Mann aus Tromsø lebt jetzt in Oslo und will die Hauptstädter mit einer Mischung aus elektronischer Verspultheit und großäuiger Popverliebtheit zum Tanzen bringen. Man kann ihn durchaus im Auge behalten.

Wir brauchen mehr Verwirrung. Wir brauchen mehr aufbegehrenden, aber trotzdem tanzbaren, angstlustvollen Indierock, der sich nicht scheut, Altmeister Bob Dylan zu zitieren und kräftig auf die Klampfe zu hauen. Dann brauchen wir wir einen blassen, leidenschaftlichen jungen Barden namens Lars Wiik, der sich viele Male gehäutet hat. 1998 war er mit einem Metal-Album (!) für den renommierten norwegischen Spelemannspreis nominiert. Heute trägt er Mütze und Seemannsjacke und hat sich dem elaborierten, anspruchsvollen, leidenschaftlichen Indierock zugewandt und durchaus kritische Töne anschlägt. Da kann man nicht ganz kalt bleiben.

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