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Foto nordische Landschaft

14. April 2011

Paganfest 2011: »Heidenspaß« mit Korpiklaani

Im Frühjahr touren die Heiden vereint unter dem Namen »Paganfest« durch die Lande, einige Bands wie Varg (Deutschland) oder Eluveitie (Schweiz) kennt der Besucher noch vom vergangenen Besuch im LKA Longhorn.
Am 25. März 2011 gibt es in Stuttgart wie auch im Vorjahr eine »extended show« mit Extra-Bands – Eluveitie und Heidevolk. Von Bands ist allerdings um halb vier, eine Viertelstunde bevor Kivimetsän Druidi (Finnland) anfangen sollen, weit und breit nichts zu sehen. Die Türen sind noch geschlossen.

Um den Fans die Wartezeit zu verkürzen, liefern sich zwei Autofahrer ein kleines Duell: Aus entgegengesetzten Richtungen bahnen sie sich einen Weg durch überall am Straßenrand stehende Tourbusse und hunderte schwarzgekleidete Metaller. Mit wenigen Metern Abstand stehen sich dann ein Kleinwagen und ein BMW gegenüber, keiner der Fahrer ist bereit nur einen Millimeter zu weichen. Mittlerweile findet die Menge Spaß an dem Spektakel, gekrönt von dem Ausruf: »Wall Of Death!«

Wir hätten stundenlang zusehen können, hätte sich nicht ein Polizeibus genähert und das Schauspiel dadurch zugunsten der nun auf zwei Fahrzeuge angewachsenen Partei beendet.

Jetzt öffnen sich endlich die Pforten und Obscurity (Deutschland) eröffnen das Paganfest. Den undankbaren Platz als erste Kapelle meistern die Jungs um Agalaz ganz gut, der Club ist verhältnismäßig voll – was wohl an der einstündigen Verspätung liegt und den Deutschen einige Zuschauer mehr beschert.

Kivimetsän Druidi


Kivimetsän Druidi aus dem Tausendseenland gefallen mir live deutlich besser als auf dem Debüt oder dem aktuellen Studioalbum »BETRAYEL, JUSTICE, REVENGE«. Der Sound ist leider je nach Standort sehr unausgewogen abgemischt, die Fronterin Leeni-Maria Hovila stellenweise gar nicht zu hören.

Die (musikalische) Zusammensetzung der Kapelle ist für mancheinen gewöhnungsbedürftig: die Jungs bieten einen harten Sound, während Sängerin und Keyboarder mit »sanften Tönen« dagegen halten – falls man Leeni-Maria hört. Diese tänzelt barfuß, bauchfrei und in Bauchtanz-Manier zwischen ihren moshenden Kollegen umher.

Die Stimmung im Publikum, ist im direkten Vergleich zu Obscurity etwas verhalten, doch nach 20 Minuten tauen die Zuschauer etwas auf. Zu spät, denn kurz darauf beenden die Finnen ihren Auftritt.

Die Shows der israelischem Arafel um Helge (Ex-Sänger von Equilibrium) lasse ich außerhalb des Clubs an mir vorüber gehen, Heidevolk fielen aus und Varg (Deutschland) muss ich auch nicht sehen – auch wenn der Großteil der 1400 Fans nur ihretwegen nach Stuttgart kam.

Moonsorrow

Moonsorrow (Finnland) legen, durch den Ausfall Heidevolks, pünktlich los. Die Jungs um Ville Sorvali, Gründer/Sänger/Bassist sind bekannt für ihre überlangen Songs – wie auf der EP »VIIDES LUKU: HÄVITETTY« mit den zwei(!) Liedern »Varjojen Virta« und »Tuleen Ajettu Maa« und einer Spielzeit von knapp einer Stunde.

Ganz so lange Stücke bringen die Finnen beim Paganfest nicht auf die Bühne, doch bewerben die mit dem immerhin elfminütigen »Muinaiset« ihre aktuelle Scheibe »VARJOINA KULJEMME KUOLLEIDEN MAASSA«. Durchgängiges Headbangen ist bei der Setlist Moonsorrows nicht drin, stattdessen schwelgen einige Fans andächtig in den sanfteren Klängen.

Unleashed


Bei Unleashed (Schweden) kommen die Mosher endlich auf ihre Kosten – wie es die Deather ins Paganfest-LineUp geschafft haben, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Die Exoten des Tages um Sänger/Basser Johnny Hedlund spielen verstärkt neueres Material vom 2008er Album »HAMMER BATTALION«, doch greifen gelegentlich auch tiefer in den Fundus ihrer Dekaden währenden Bandgeschichte. Starker, schnörkelloser Death.

Korpiklaani

Die dritte Finnenkapelle Korpiklaani huldigt nun, dem späten Abend angemessen, den alkoholischen Getränken, unterlegt durch perfekten Humppa Metal: »Tequila« oder »Juodan Viinaa«.

Während Jonne Järvelä das Dauergrinsen fast nicht mehr aus dem Gesicht kriegt, verhält sich wenigstens Bassist Jarkko artgerecht: Stoisch-typisch-finnisch verzieht er keine Miene.

Die Folk Metal-Version von Eläkeläiset galoppiert durch eine Stunde Spielzeit (und war da nicht noch ein Motörhead-Cover dazwischen?), die Masse schunkelt, hoppelt – und crowdsurft: Im Minutentakt schaufelt die Security Fans in den Graben.

Und wer lange genug »Vodka« brüllt, bekommt ihn auch … zumindest musikalisch; »Beer, Beer« schenken die Jungs selbstverständlich extra aus.

Die Menge ist ausgepowert – aber hat noch Reserven für den Headliner:

Eluveitie

Den Schlusspunkt setzen Eluveitie (Schweiz). Die Band, die mich im vergangenen Jahr enttäuschte, gefällt mir anno 2011 um Längen besser.

Die Schweizer sind in Partylaune, dito das Publikum – trotz mittlerweile mehr als sieben Stunden Festival. Eluveitie Fronter Christian »Chrigel« Glanzmann bezieht das Publikum immer wieder in den Auftritt ein, die Zuschauer danken es mit mitsingen, tanzen und bangen.

Bis zum Schluss bleibe ich dennoch nicht. Doch Gerüchte besagen, gegen Ende vereinte – oder trennte – sich die Meute zu einer ordentlichen Wall of Death.

… so erwarten wir gespannt das Paganfest 2012.

PS: Hier die Fotogalerie zum Paganfest 2011.

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