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Foto nordische Landschaft

25. April 2011

Inferno 2011: Alle Jahre wieder …


… feiern Metalfans Ostern auf die etwas andere Art: Osterzeit = Infernozeit. Beim diesjährigen (Black) Metal Festival vom 20. bis 23. April 2011 reisen die Metaller vor allem wegen Immortal nach Oslo, die ein »exclusive and extra long set« speziell fürs Inferno versprechen.

Ihre norwegischen Landsmänner, die Black’n'Thrasher Aura Noir, planen für ihren Auftritt am Donnerstag sogar Bandgründer Aggressor auf die Bühne zu holen. Insgesamt spielen 49 Bands von Donnerstag bis Samstag im Rockefeller / John Dee, sowie am Warm-Up-Mittwoch in den kleinen Clubs / Kneipen Blå, Elm Street, Rock In, Unholy, Victoria und Revolver.

Erstmals erweitern die Veranstalter das Festival um »Inferno Film«, einer Mischung aus (norwegischen) Horrorfilmen und Metal-Dokumentationen, die von Dienstag bis Sonntag im »Filmens Hus« gleich um die Ecke vom Elm Street gezeigt werden. Weiteres Rahmenprogramm: Inferno Metal Expo (mit Merchandising-Ständen und Autogrammstunden) und Inferno Tattoo Fair (mit Tätowierern aus Deutschland, Norwegen, Schweden und den USA).

Wer das nötige Kleingeld hat und eines der limitierten Tickets ergattert, kann bevor die Konzerte beginnen für 35 Euro am »Black Metal Bus Sightseeing« teilnehmen (unter anderem zur abgebrannten und wieder aufgebauten Holmenkollen-Kapelle, zum ehemaligen »Helvete«-Shop des ermordeten Mayhem-Mglieds Euronymus sowie dem Schauplatz eben dieses Mordes) oder für 20 Euro zur Weinprobe der »Wongraven Langhe Rosso / Barolo«-Rotweine des Satyricon Fronters Satyr Wongraven.

Gothminister (N)


Das Inferno beginnt – für mich erst am Donnerstag, 21. April 2011. Der Hauptclub Rockefeller bietet Platz für 1500 Leute, allerdings sind (noch) deutlich weniger vor der Hauptbühne, als Gothminister auf der Bühne stehen. Die Kapelle um Bjørn Alexander Brem bewegt sich in der Schnittmenge Industrial-Gothic-Metal, mit sehr tanzbaren Songs, ordentlich aufgedrehter Lautstärke und unterhaltsamer Bühnenshow.

Die Norweger haben entweder einen extrem kurzen Auftritt, oder die Zeit vergeht wie im Flug: Eben spielten sie noch »Liar« vom aktuellen Album »ANIMA INFERNA«, eben predigte der Gothminister noch von seiner selbstgebauten Kanzel – und schon erscheint der Leibhaftige in einer Nebel- und Schwefelwolke und die Show ist vorbei.

Hinab in den Untergrund, ins kleine John Dee, der seine 400 Leute-Kapazität bei den norwegischen Thrashern Harm ebenfalls nicht ausnutzt. Beim ersten Lied denke ich nur: »Was ist das?!« Beim zweiten: »Das groovt, aber der Gesang ist schaurig«. Beim dritten: »Ich gehe!« hoch ins Rockefeller wo die Vorbereitungen für deren Landsmänner DHG laufen.

DHG (N)

DHG, ehemals als Black Metal Formation Dødheimsgard bekannt, klingt nur noch ansatzweise schwarzmetallisch. Zuerst gibt es ein minutenlanges Intro aus einem endlos ausufernden Ton. Endlich geht’s los. Das ist also der neue DHG-(Live)-Sound? Mit derart wirren Tönen kann ich mich nicht anfreunden – und als es endlich vertraut (sprich nach Dødheimsgard) klingt, ist es schon das letzte Lied. Sehr schade.

Wieder runter ins John Dee, wo die norwegischen Nidingr das gleiche Problem haben wie Harm: Sie haben einen guten Groove, sogar einen besseren, aber der Sänger … mehr als zwei Songs kann ich mir nicht anhören. Wie sie klingen? So wie in der offiziellen Beschreibung: »If you feel like having your heart cringe in seizures and your soul sucked out through the back of your skull Nidingr will satisfy your urges.«

Aura Noir (N)

Endlich kommt die (für mich) letzte Band des Abends: Die Black’n'Thrasher Aura Noir. Und wer sich schon immer fragte, wie wohl der Immortal-Bassist ohne Corpsepaint aussieht, der sollte sich Aura Noirs gleichnamigen Sänger/Bassisten Apollyon alias Ole Jørgen Moe genauer anschauen. Mit einem Hauch alter Kreator und Slayer knüppeln sich die Norweger durch ihr Set. Richtig geil.

Nach der Hälfte des Gigs stellen sie einen Stuhl auf die Bühne und an Krücken humpelt herbei … Bandgründer Aggressor, dessen Karriere als Schlagzeuger durch einen Unfall beendet wurde.

Gitarre spielen kann er allerdings auch im Sitzen und so unterstützt er Blasphemer, alias Rune Eriksen, an der Sechssaitigen und übernimmt für den Rest des Gigs Apollyons Mikropart. »Black Thrash Attack« at it’s best.

Hier geht’s zum Freitag.

© Fotos: natte / Filmfotos: © Inferno Festival

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