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Foto nordische Landschaft

15. Mai 2011

Kvelertak: Das Universum im Würgegriff der Norweger

Tatort: Universum, Stuttgart
Tatverdächtige: Hank Van Helvete-Klon? – und seine Mannen
Tatzeit: Nur appetitanregend = viel zu kurz
Tat-Zeugen: … noch keine Haare am Sack

Wie sich die norwegischen Kvelertak (deutsch = Würgegriff) am 14. Mai 2011 zwischen die ganzen Metalcore/Hardcore/XYCore – Crapcore? – Bands verirrt haben, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben: Zwischen ihren Landsmännern Social Suicide, den Amis The Ghost Inside und den Kanadiern Gravemaker / Comeback Kid haben sie im Stuttgarter Universum eindeutig Exotenstatus.

Die Black’n'Roll-Fraktion um Sänger Erlend Hjelvik – der mich an Hank Van Helvete ohne Make-Up und Ledergeschirr erinnert – geht von der ersten Sekunden an in die Vollen: Schon beim Opener »Fossegrim« schüttelt das Sextett seine Schweißtropfen in die erste Reihe … die gleichzeitig von den Crowdsurfern eine Nackenmassage mittels Fußtritten erhält. Rock’n'Roll!

Gleich im Anschluss knallen die Norweger der tobenden Meute den Killersong »Sjøhyenar (Havets Herrer)« um die Ohren. Apropos Publikum: Das dürfte zu 99% noch keine Haare am Sack haben; dafür beträgt die durchschnittliche Haupthaarlänge fünf Zentimeter – die Randgruppe Langhaariger schon eingerechnet.

Doch was interessiert die Band die Optik ihrer Zuschauer, Hauptsache sie gehen ab. Nach mehreren »Stuttgart! You’re amazing!«-Schreien schmeißt sich der Fronter als Stagediver in die Menge, krächzt auf Händen getragen ins Mikro, krallt sich schließlich an den Lüftungsrohren unter der Decke fest – jep, die Decke ist verdammt niedrig -, die wundersamerweise keinen Millimeter nachgeben. Respekt.

Vor den einzigen zehn balladesken Sekunden des Sets zückt Hjelvik sein Feuerzeug, fordert das Publikum auf es ihm gleich zu tun; tatsächlich flammt ein Dutzend Feuerzeuge auf – Stagediver und Crowdsurfer, wo seid ihr jetzt?!

Der Stavanger-Sechser bewirbt sein Debüt »KVELERTAK« so exzessiv, wie es der halbstündige Auftritt zulässt: Groovend wie die Sau, bis sie mit »Mjød« leider schon von der Bühne treten.

Selbst wenn mich die nachfolgenden The Ghost Inside mit den ersten zwei Sekunden ihres Auftritts schreiend aus dem Club jagen: Das Konzert hat sich gelohnt. Hingehen!

PS: An die Eingangs-Crew, die mich trotz per-mail-bestätigten-aber-nicht-bis-zum-Veranstalter-durchgedrungenen-Gästelistenplatzes für den Auftritt Kvelertaks ins Universum gelassen hat: Danke, ihr rockt!

Fotos © natte

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