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Foto nordische Landschaft

14. November 2011

Indian Trails: Glücklichsein, hier und jetzt

»Nein wie putzig!« denkt man sich. Da bitten drei fast noch minderjährige Nachwuchs-Indierocker namens Indian Trails via Twitter dringlich um Beachtung, und da man dem musikalischen Nachwuchs aus der Skispringermetropole Lahti grundsätzlich wohlwollend gegenübersteht, will man den Jungs den Gefallen gerne tun und offene Ohres in ihre Musik hineinhorchen. Nur: Das Medium ist der Botschaft vorausgeeilt, und auf Soundcloud findet sich zunächst nicht mal ein einziger Soundschnippsel aus dem kreativen Schaffen der Jungspunde. »Na prima, erst neugierig machen und dann im Regen stehen lassen«, denkt man amüsiert. Jungs, kommt mal bald zu Potte!

Es gibt inzwischen aus dem Indian-Trails-Land gleich zwei gute Nachrichten: Jawohl, Vollzug!, der Song »Light Cuts Shapes Sharp« steht zum Anhören bereit, und ja, er benötigt genauso wie die Jungs ein bisschen Anlaufzeit, aber dann macht er gleich viel Spaß und gehörig Tanzlust. Die drei jungen Herren wissen offenkundig, wie man Refrains mit hohem Wiederkennenungswert schreibt, und mit flotten Tempowechsel eine schöne Dynamik erzeugt, Respekt. Kommen cool daher, aber pflegen eine übermütige Verspieltheit, die dann doch mit einer Schuhspitze im Poplager steht. Mögen die großen Vorbilder zehn Mal Strokes oder Mando Diao heißen. Zwischen den Noten klingen Indian Trails dezidiert dicklippig britisch oder schottisch, sagen wir laut Fratellis und ganz leise Oasis. Und ureigentlich geht es hier ums Lebendigsein, ums Glücklichsein, hier und jetzt. »Cannot tell how happy I am – here, there and now«.

Light Cuts Shapes Sharp by Indian Trails

Im finnischen Indiepopland giibt es im Spätherbst 2011 auch noch andere musikalische Neuentdeckungen zu machen. Nicht nur in Lahti tut sich etwas, auch anderswo. Fortsetzung folgt. Versprochen!