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Foto nordische Landschaft

04. Januar 2012

Über die Wüste und in die Wälder mit den Burning Hearts

Wer glaubt, nur Schweden beherrschten die Kunst des elegant schwebenden, schwerelosen Kammerpop, der wird sich bei diesen Finnen die Augen reiben. Burning Hearts, das Duo bestehend aus der fabelhaften Chanteuse Jessika Rapo und dem Schlagzeuger Henry Ojala, bewegt sich geschmeidig durch fein ausgeformte Sehnsuchtswelten, die den entscheidenden Schritt vom gefällig-pastelligen Anorakpop entfernt sind, weil sie Tiefe haben. So einfach sind die Dinge mitunter. Burning Hearts werden von sanft flackernden Flammen umhüllt. Aber verbrennen tun sie nicht.

Manchmal sind Brüche gut, um sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Henry Ojala hat den Smiths-Epigonen Cats on Fire den Rücken gekehrt, um einen viel versprechenden Seitenpfad zu seinem Hauptprojekt zu machen. Burning Hearts haben mit »ABOA SLEEPING« bereits vor Jahren ein Debüt mit Substanz vorgelegt, damals noch sehr dem schüchtern-tastenden Folkpop verpflichtet. Heute lassen Burning Hearts das sorgsame Tappsen entschieden hinter sich, treten mit ganzer Sohle auf und sagen: Hier sind wir! Selbstbewusst. Kraftvoll. Temperamentvoll. Offen. Lassen eine leise Traurigkeit mitschwingen. Die Dinge und die Songstrukturen sind komplex. Und das ist gut so. Anfang Februar bringt das Turkuer Label Solina Records den Burning-Hearts-Zweitling »EXTINCTIONS« heraus, und die erste Kostpobe »Burn Burn Burn« läuft bereits das siebte Mal in Folge, ohne irgendwelche Abnutzungserscheinungen zu zeigen.

Burning Hearts: Burn Burn Burn by Solina Records