Prinzenrettung mit Zebra And Snake
Es waren einmal zwei Freunde aus dem kleinen finnischen Dorf Alajärvi, die hießen Matti und Tapio. Da es in Alajärvi nicht allzu viel für sie zu tun gab außer den üblichen Teenagerkram, beschlossen die beiden eines Tages, dass sie etwas ganz Großes vollbringen wollten: Sie planten, sich (und vielleicht auch die ganze Welt?) zu heilen! Flink setzten sie sich an Orgel und Synthies und begannen von Stund an, nicht mehr kleine, sondern riesenhafte Gedanken zu denken. Entdeckten die Schönheit des Elektropop. Und pardauz! Sie fanden eine unbändige Energie in sich, eine unerhörte Kreativität, die sie davontrug wie ein wildgewordener Sturzbach bei Frühlingsanfang.
Die sie bis in ferne Städte wie Helsinki, Berlin und noch viel weiter spülte. Ihre Anfänge aber haben die beiden Jungspunde nie vergessen, und so endet dieses Märchen korrekterweise so, dass ihr Debütalbum »HEALING MUSIC« heißen wird. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Das ist, leicht verfremdet, die Geschichte des finnischen Popduos Zebra And Snake. Wobei noch verschwiegen wird, dass die Nachwuchskräfte aus Alajärvi schon zu Frühzeiten ihres Schaffens zwei gute männliche Feen an ihrer Seite hatten. Die hießen Andy McCluskey von Orchestral Manoeuvres in the Dark und Jónsi von Sigur Rós. Beide empfahlen die Finnen unabhänig voneinander dem Chef des renommierten britischen Labels 100%, der sie prompt unter Vertrag nahm. So hören sich also Märchen heutzutage an! Bei OMD ging die Unterstützung für Matti und Tapio sogar so weit, dass sie die beiden völlig unbekannten Dorfjungs im vergangenen Jahr als Support-Act auf auf ihrer Tour mitnahmen. Wohlgemerkt: Zebra And Snake haben bislang noch nicht mal eine EP vorzuweisen.
Das wird sich Ende Februar endlich ändern, wenn die EP »SWEETEST TREASURE« herauskommt. Die mit dem Titelsong ein unwiderstehlich fröhliches und quietschlebendiges Stückchen Synthiepop präsentiert. In dem Zebra And Snake groß, unbekümmert und leichtfüßig leidenschaftlich daherkommen. Der Song schleicht sich hinterrücks an, prickelt angenehm im Ohr und bleibt. Ich jedenfalls summte das Stückchen den ganzen Tag lächelnd vor mich hin. Als Sahnehäubchen gibt es jetzt das naiv-selbstbewusste Video dazu, in dem zur Abwechslung mal der Prinz von der Prinzessin vor den bösen Monstern gerettet werden muss und der Kampf gegen furchterregende Luftballon-Bösewichte unter vollem Körpereinsatz gefochten und schließlich gewonnen wird. Hurra!
Foto: Noora Isoeskeli
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