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Foto nordische Landschaft

19. Februar 2012

Bin ich immer noch allein? Uno Møller

In lauten Zeiten die leisen Töne wertschätzen. Besonders die leisen männlichen Töne, wenn Dummschwätzerei und inhaltlsloses Geplapper dominieren und der Lauteste die Deutungshoheit übernehmen will. Wie wohltuend ist es da, zu nächtlicher Stunde den zurückgenommenen Fragen von Uno Møller zu lauschen. Der junge norwegische Singer-Songwriter hat genügend Selbstbewusstsein, um die allgegenwärtige Kakaphonie brustgeschwellter Alphatier-Stolziererei zu ignorieren, sich ins stille Hinterzimmer zurückzuziehen und in Ruhe den eigenen Gedanken nachzuhängen. Zum Beispiel über zarteste Schattierungen einer Annäherung an ein anderes Ich. »Bin ich immer noch allein?« heißt die bang-hoffungsvolle Frage, die sich Møller im stillen Stückchen »Riots« im Duett mit der sonst so hippeligen norwegischen Chanteuse Lucy Swann stellt. Und die heikle Antwort leise lächelnd in die Zukunft verschiebt.

Ein zartes Piano gibt in »When You Sleep, I Hope« den treuen Wegbegleiter ab, der stützt, bis die Dinge endlich, endlich gut werden. Das ist von herzerwärmender Einfachheit. Und kommt so selbstverständlich und mühelos daher wie die stolz aufgeplusterten schwarzen Vögel, die auf den Cover des neuen, im April erscheinenden Albums »SILENT RIOTS« den Stürmen trotzen. Eine Klampfe, eine Stimme, und so viel Hoffnung auf Aufbruch. Großäugig, aber keinesfalls naiv.

Nicht zu vergessen: Eigentlich gehört der schwarzbeschopfte Barde zur Stammbelegschaft der aufmüpfigen norwegischen Poprebellen Team Me, aber er hat noch eine große Ecke seines Herzens übrig für das weite Schweifen über einsame Seelenlandschaften, mit der festen Intention, irgendwann irgendwo anzukommen. Herr Møller bestreitet übrigens das Vorprogramm bei den anstehenden Tourterminen von Team Me, also ein Grund mehr, sich in die Clubs aufzumachen. Und als Schmankerl gibt es noch einen herzerwärmenden Blick zurück, mit seinem beseelt-zurückgenommenen Cover des Beatles-Klassikers »She´s Leaving Home«. Seufz!

Uno Moller – She’s leaving home by lazyacrerecords

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2 Kommentare

1. SomeVapourTrails schrieb am 24. Februar 2012 um 23:19

Hmm, täusche ich mich wirklich, wenn ich meine, dass männliche skandinavische Singer-Songwriter nur selten mit den weiblichen Kolleginnen mithalten können? Da mangelt es oft an Charisma, an unverkennbarer Ausdruckskraft. Dieser Uno Møller klingt mir ein wenig zu verklampft Emotionen schaukelnd. Das ist jetzt nicht übel, Reduktion als Stilmittel des Ausdrucks ist durchaus lobenswert. Aber insgesamt klingt das wenig distinktiv.

2. Eva-Maria Vochazer schrieb am 24. Februar 2012 um 23:27

Danke für den kompetenten Einwurf. Da ist was dran an dieser Überlegung. Hm.

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