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Foto nordische Landschaft

13. April 2012

Ach, wenn ich bloß ein Brite wär: The Wha´s

Denke ich an England, denke ich zuerst an die Unfähigkeit der albion´schen Fußbationalmannschaft, beim Elfmeterschießen ins Tor zu treffen. Ich denke an Baked Beans On Toast zum Frühstück. Ich denke an hochtoupierte Tussen, die selbst bei schlimmen Minusgraden strumpflos in ausgelatschten Stöckelschuhen in den Pub zu trippeln. Ich denke aber auch an Jane Austen, Sherlock Holmes, Königin Victoria und Winston Churchill. An Charlotte Bronte und an Virginia Woolf, George Eliot, Charles Dickens und an Scones mit Erdbeeren und Sahne. Und an Mr. Darcy, natürlich!

The Wha´s aus Finnland denken an England und denken: The Clash, The Libertines und The Wombats. Das Quintett aus Helsinki kultiviert den schwitzigen, ehrlichen Workingclasshero-Indierock ohne große intellektuelle Schnörkel, aber mit reichlich Körpereinsatz. Mit einer Prise Sozialkritik am bösen Klassensystem und an der Idiotie des Rassismus, so wie sich das für authentische Gutmenschen gehört. Aber sie tun das mit Verve und Hingabe, mit einem Augenzwinkern und mit hohem Spaßfaktor. Nein, wir müssen das Rad nicht jeden Tag neu erfinden, Hauptsache heftig und mit Herzblut agiert und die alten Tugenden und den aufrechen Gang gepflegt. Sie tragen T-Shirts und Jeans, sind rotzig und trotzig, und wie glaubhaft versichert wird, machen sie bei Konzerten keine Gefangenen. Nein, manchmal braucht man kein hauchzart geschnittens Sandwich, das mit Gurken belegt ist. Man braucht Rühreier mit Speck und ein schäumendes Lagerbier dazu.