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Foto nordische Landschaft

09. August 2012

Devil Side 2012: Samstag – Bier, Beruhigungsmittel und noch ein Bier

Am Samstag komme ich um 13 Uhr auf das Gelände, gerade rechtzeitig zu Alestorm. Wer meint, diese Band singe nur über britische Biertrinker, liegt falsch: Auch Lieder über Rum und norwegische Säufer sind dabei. Die Schotten haben sichtlich Spaß, trotz der wenigen Zuschauer, die sich um diese undankbare Uhrzeit eingefunden haben. Obwohl ich nüchtern bin, reißen sie mich durch ihre ansteckende gute Laune mit.

Saint Vitus dagegen, die sich in Zeitlupe über die Bühne bewegen, machen mich irgendwie müde. Erst hinterher erfahre ich, dass das neueste Album der Amerikaner »Lillie: F-65« nach einem starken Beruhigungsmittel benannt ist – wie passend.

Ich fahre auf den Zeltplatz, um zu The Carburetors (N) wieder auf das Gelände zurückzukehren. Die letzten Songs von Skindred (GB) bekomme ich gerade noch mit. Aber die Band irritiert mich, da sie sich anscheinend nicht entschieden kann, ob sie Metal, HipHop oder Reggae spielen soll.

The Carburetors ist eine der vielen skandinavischen Gruppen, die den klassischen Rock’n’Roll zurück auf die Bühne bringen. Inklusive aller Klischees: Sonnenbrillen, enge Jeans, Haartolle. Eigentlich partytauglich, aber die Menge kommt auch heute erst gegen 18 Uhr wieder in die Gänge.

Um diese Uhrzeit spielen Overkill (USA), die eindeutig eine große Fangemeinde im Publikum haben. Komisch, da dies die einzige Thrash-Metal-Band auf dem Devil Side ist, ich hätte nicht so viele Anhänger dieser Musikrichtung hier erwartet. Egal, Hauptsache es ist Stimmung. Dass die Lautstärke endlich auf eine dreistellige Dezibelzahl erhöht wurde, trägt seinen Teil dazu bei.

Die Feierlaune bleibt bei Amorphis erhalten, die mich positiv überraschen. Ich hatte die Lieder der finnischen Metaller nicht so abwechslungsreich in Erinnerung. Für mich der beste Auftritt dieses Tages.

Publikumsliebling sind allerdings die Headliner Sabaton. Schon beim ersten Lied stimmen die Zuschauer „Noch ein Bier!“-Rufe an, was der Sänger Joakim Brodén mit dem Kommentar »You only wanna see me drunk and naked!« quittiert. Eine Anspielung auf das diesjährige Graspop Metal Meeting, wo er den Zuschauern sein bestes Stück präsentierte? Sich auf der Bühne betrunken zu entblößen ist in Schweden wohl gerade besonders populär. Ich bin froh, dass er zwar sein Bier auf ex trinkt, aber angezogen bleibt. Stattdessen liefern die Power Metaller eine gute Show mit Publikumsbeteiligung und reichlich Pyrotechnik.

Fotos © Yvette, Daniela Adelfinger und Michael Jagla

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